Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Lands' End und die Sache mit dem Apostroph

20. Juli 2009

Der Mann, der sich zu helfen wussteUnter Sprachkritikern ist sie berühmt berüchtigt, die “Apostrophitis”. Als solche bezeichnen Experten die epidemische Ausbreitung der normwidrigen Verwendung des Apostrophs, besser bekannt unter dem Namen “Deppenapostroph”. Häufigste Ausprägung der Apostrophitis ist übrigens das abgetrennte Genitiv-s, das, aus dem angelsächsischen Sprachraum stammend, zu uns eingewandert ist.

Von dort ist auch die Geschichte von Gary C. Comer überliefert, dem Gründer des Online-Textilspezialisten Lands‘ End. Ja, Sie haben richtig gelesen! Denn als Mr. Comer zum ersten Mal die fertiggedruckte Werbebroschüre in den Händen hielt, muss er sich wie ein Depp vorgekommen sein. Statt der ursprünglich geplanten Bezeichnung “Land’s End” las er dort “Lands‘ End”. Geld für einen Nachdruck war keines vorhanden. Praktisch veranlagt, wie er war, erklomm der einfallsreiche Unternehmensgründer kurzerhand die Fassade, wo bereits die Leuchtreklame angebracht war, und hängte den Apostroph einfach um. Merke: Man muss sich nur zu helfen wissen.


Redaktion | Kategorie: WISSENSWERTES


Kommentare

  • Lyriost |  24.07.2009

    Praktisch veranlagt, ((sic!)) wie er war …

  • Christiane Geldmacher |  25.07.2009

    Nicht zu vergessen das Deppenleerzeichen. Da gibts auch ein schönes Blog dazu:
    http://www.deppenleerzeichen.de/

  • Erbsenzählerin |  28.07.2009

    Noch besser würde mir dieser Beitrag gefallen, wenn er mit Anführungszeichen versehen wäre, wie sie fürs Deutsche üblich sind (vorn unten in Form einer 99, hinten oben in Form einer 66).
    Nun ja, alles nicht so wichtig?

  • Fredmund Kalkofen |  03.08.2009

    Stimmt, die angelsächsischen Anführungszeichen im Text eines deutschen Sprachexperten sind zum Speien!


Seite auf
Feedback