Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Schwarze Gefahr für fehlerlose Rechtschreibung

28. September 2009

Es geht heiß her im deutschen Gastro-Gewerbe. Wenn es um die Rechtschreibung internationaler Kaffeespezialitäten geht, wird heiß aufgebrüht und viel sprachlicher Schaum geschlagen.
Früher war das einfach. „Kaffee“, das war das schwarze Gesöff, welches wahlweise „mit Milch oder Zucker?“ serviert wurde. Und ein „Café“ war ein Ort, an dem man ebensolchen serviert bekam.
Heute gestaltet sich die Lage ungleich schwieriger: Ob „Latte macchiato“, „Cappuccino“ oder der englische „coffee to go“ – die Schreibweisen des beliebten Heißgetränks in all seinen Variationen treiben die Gastronomen der Nation zu immer neuer Kreativität.

café to go
Irgendwie lästig und doch praktisch zugleich: ein komplettes Café zum Mitnehmen an kalten Tagen.

Late macchiato
Der späte Vogel trinkt den Kaffee. Die italienische Milch (Latte) schreibt sich jedoch mit Doppel-T.


Seite an Seite
Richtig und falsch Seite an Seite oder: Fehler bei der Glasablesung.


Milchkaffee ist richtig
Die Latte Maccihato klingt asiatisch und der Cappuchino hat beim Buchstaben-Quartett ein „c“ gegen ein „h“ verspielt. Immerhin: Der Milchkaffee ist richtig.


Piet Herbertz | Kategorie: ALLGEMEINES, FUNDSTÜCKE


Kommentare

  • Chris Kurbjuhn |  28.09.2009

    Vor ca. anderthalb Jahren hat in Berlin das Schild “Coffee to go – hier auch zum Mitnehmen” mächtig Furore gemacht.

  • betonblog |  28.09.2009

    Zu überlegen wäre doch, ob man der Einfachheit halber nicht den Kaffee Togo (sic) als Neologismus für “Kaffee zum Mitnehmen” ins Wörterbuch aufnehmen sollte.

    Das widerspricht eventuell der wahrscheinlich deskriptiven Arbeitsweise Ihres Wörterbuchs, könnte aber ein Weg sein, um diese unglaubliche Menge an Falschschreibungen und Schreib-Unsicherheiten zu reduzieren.

  • Oliver Springer |  29.09.2009

    Vielen Gastronomen ist das einfach latte, wie man so sagt.

    Besonders unprofessionell wirkt es, wenn auf diese Weise sogar das Ladenschild bzw. die Bezeichnung des Geschäfts fehlerhaft ist.

    Unternehmen wie Starbucks, die ihre eigenen Wörter erfinden, sind da irgendwie auf der sicheren Seite.


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