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Barbara Steffens – Ministerin für Emanzipation

16. Juli 2010

 Nachdem Frau Kraft am 14. Juli 2010 im zweiten Wahlgang zur neuen Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen gewählt wurde, stellte sie gestern ihr neues Kabinett vor. Die „Kraft-Mannschaft“ (Ahlener Zeitung) besteht aus sechs Frauen und sechs Männern – damit sitzen so viele Frauen am Kabinettstisch wie nie zuvor (sueddeutsche.de). Besonderes Interesse rief dabei der Posten von Barbara Steffens hervor: erstmals wurde der Bereich „Emanzipation“ ausdrücklich in ein Ministerial-Ressort integriert (derwesten.de). Hätte dieses Amt nicht längst Alice Schwarzer vorschlagen oder innehaben müssen – und zwar auf Bundes- und nicht nur auf Länderebene? In einem BILD-Interview stellte die Grünen-Politikerin Steffens jedoch klar, dass der Begriff „Emanzipation“ nicht mit Emanzen, d.h. mit Frauen, die alle Männer hassen gleichzusetzen sei. Sie kämpfe sowohl für die Rechte der Frauen als auch für die der Schwulen und Lesben. Dennoch steht bei Frau Steffens das Thema Frauenpolitik in allen Facetten im Mittelpunkt (Ahlener Zeitung), was sich meiner Meinung nach mit ihren Aussagen widerspricht. Zudem ist sie allein erziehende Mutter von zwei Kindern, sie hat ihren Mädchennamen behalten und ist damit der Prototyp einer Emanze. Die richtige Definition von „Emanzipation“ scheint der Ministerin selbst noch nicht ganz klar zu sein. Gespannt warte ich auf die nächste Wahl in NRW, denn laut Frau Steffens könnte es dann durchaus einen Minister für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter geben. Aber da würde der Ministerin die Emanzipation sicherlich zu weit gehen.

Iris Leibold


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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