Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Hitparade der Suchanfragen

27. August 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Leser des Deutschblogs sind Sie sicher auch Benutzer(in) des Onlinewörterbuchs PONS Die deutsche Rechtschrteibung. Wir würden  uns natürlich riesig freuen, wenn Sie öfter darin nachschlagen oder neue Stichwörter für das Wörterbuch vorschlagen. Wörterbuchmacher fragen sich natürlich, was Menschen in einem Wörterbuch nachschlagen. Alles, was man darüber herausfinden kann, trägt dazu bei, das Wörterbuch besser auf die Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen.  Bei gedruckten Wörterbüchern ist eine Antwort auf diese Frage nicht ganz leicht. Im Online-Medium ist es natürlich eine feine Sache, dass die Technik die Suchwörter liefern kann, die am häufigsten nachgeschlagen werden.  Betrachtet man diese Wörter, kann man sich häufiger denken, warum gerade sie offenbar Schwierigkeiten aufwerfen und Grund besteht, sie in einem Rechtschreibwörterbuch nachzuschlagen.

Ein Wort , das sehr oft nachgeschlagen wird, ist “Haus”. Das auf den ersten Blick unproblematische Wort wirft aber auch einige Fragen auf, wenn es nämlich in bestimmten Kombinationen auftritt. So kann man “Haus halten”, aber auch “haushalten” , man schreibt “außer Haus” und “von Haus aus”. Geht es um die eigene Wohnstätte, sind zwei Schreibungen gleichberechtigt: ” Nach Haus(e)/zu Haus(e)/von zu Hause(e) sind richtig und “nachhaus(e)/zuhaus(e)/von zuhause” sind ebenfalls richtig.

Das nächste Wort: Die Sache ist  sehr oft “kalt”, die Schreibfragen “heiß”: Die Rede ist vom “Buffet”; diese Schreibung hat auch eine Alternative: “Büfett”. In der Schweiz und in Österreich wird allerdings “Buffet” bevorzugt.

Ganz oben in der Nachschlagehitparade – das sehr alltägliche “hallo”. Warum? Das sonst kleingeschriebene “hallo” kann auch als Substantiv verwendet werden (“mit großem Hallo”) und wird dann “Hallo” geschrieben. Die Wahl hat man wieder beim “Hallo sagen” oder “hallo sagen”.

Ein “Standard” ist etwas, das man einhält – oder nachschlägt. Grund für häufiges Nachschlagen ist wohl der Wunsch, sich des letzten Buchstabens zu versichern: “d” beim “Standard” , nicht zu verwechseln mit der “Standarte” (einer kleinen Fahne).

Was führt  ”Status”  und “Fundus” in die Hitliste des Nachschlagens? Sollte es die Frage nach dem Plural sein: Der ist NICHT “Stati” oder “Fundi”, sondern lautet – auch “Status” bzw. “Fundus” . Manchmal ist die Sprache einfacher als man denkt.

Gern nachgeschlagen: “Ich weiß”.  Ja, das wird mit “ß” gechrieben, denn ein “ß” hat  nach wie vor nach Diphthongen wie “ei” zu stehen: Es heißt also nicht “weiss”. Unsere Leser in der Schweiz werden aber einwenden, dass es doch “weiss”  heißt und das ist auch richtig, denn in der Schweiz benutzt man das “ß” nicht; gar nicht.

Das “Modell”, warum nachschlagen? Um es nicht mit mit dem “Model” (Fotomodell; mit kurzem “o” gesprochen) zu vertauschen und auch nicht mit dem “Model” (Gussform; mit langem “o” gesprochen).

Das Wörtchen “dass” bleibt in alter wie in neuer Rechtschreibung eine Fehlerquelle erster Güte. Kein Wunder, die Entscheidung zwischen “das”  und “dass”  setzt ja im Grunde eine richtige syntaktische Analyse voraus. Den Artikel schreibt man “das” wie in “das Haus”, die Konjunktion schreibt man “dass” wie in “er weiß, dass …”

“Appetit”und “Rhythmus” bleiben Rechtschreibklassiker. Heiße Nachschlagekandidaten sind schließlich auch das “Dekolleté” (oder alternativ auch “Dekolletee”, aber BITTE NICHT “Dekollté”) und die “Dessous”.  An diesen Schreibungen besteht ein natürliches Interesse – rein rechtschreiblicher Art natürlich. Honni soit

Und was ist Ihr liebster Schreibfehler, Ihre persönliche orthografische Klippe? Machen Sie uns eine Freude – schreiben Sie uns!

Andreas Cyffka

 


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FACHLICHES, FREUT UNS, LEXI


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