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Weil richtig schreiben wichtig ist

FUNDBÜRO: Fiatgeld

29. November 2010

Fiatgeld.  Ein ungewöhnliches Wort – zumindest für  mich als volkswirtschaftlichen Laien.  Denn Geld ist ja nur im alltäglichen Verständnis einfach Geld.  Finanzexperten kennen außer dem Papier- und Münzgeld ja viele weitere Geldarten wie Buchgeld und auch elektronisches Geld.  Handelt es sich nun um den für den Kauf eines Fiat-Automobils aufzubringenden Geldbetrag?  Nun, wenigstens sprachlich weist Fabbrica Italiana Automobili Torino in etwa in die richtige Richtung, nur zeitlich müssen wir etwas in der Sprachgeschichte hinabsteigen – zum Lateinischen.

Lateinisch “fiat” heißt : „Es werde“.

Fiatgeld ist Geld, das in Folge eines Beschlusses der gesetzgebenden Organe eines Staates entsteht. Es ist also gleichsam der Staat, der “Es werde Geld!”  sagt. Dieses besitzt  jedoch keinen inhärenten materiellen Wert. So schreibt  der amerikanische Ökonom  Gregory Mankiw: „Fiatgeld, etwa Papier-Dollar, ist Geld ohne intrinsischen Wert: Es wäre wertlos, würde es nicht als Geld benutzt werden.“

Fiatgeld unterscheidet sich von anderen Formen von Kreditgeld durch eine gesetzliche Verpflichtung, es als Zahlungsmittel zu akzeptieren, doch durch eine gesetzliche Festlegung als Zahlungsmittel alleine erlangt es nicht zwangsläufig die Eigenschaften von Geld. Vor allem erlaubt es dem Staat Geldschöpfung in beliebiger Höhe. Dies ermöglicht der Zentralbank große geldpolitische Flexibilität, birgt allerdings auch Gefahren -z.B. die von Inflation.
“Ein solch Papier, an Gold und Perlen Statt,
Ist so bequem, man weiß doch, was man hat;
Man braucht nicht erst zu markten, noch zu tauschen,
Kann sich nach Lust in Lieb’ und Wein berauschen.”

(Goethe, Faust)

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FUNDBÜRO


Kommentare

  • Grobi |  30.11.2010

    Bei mir funktioniert der Link zu intrinsisch nicht :-(

  • Deutschblogger |  30.11.2010

    Vielen Dank für den Hinweis, das Problem ist nun behoben!


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