Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Zwischen den Blogs

16. Dezember 2010

Dezember, wartend auf Weihnachten: Das Jahr  nähert sich langsam seinem Ende. Nach einem frischen Frühjahr, einem sonnigen  Sommer und einem ertragreichen Herbst füllen nun viele Artikel Scheune und Keller des Deutschblogs im Jahr 2010. Wenn’s um die Hütte stürmt und schneit, dann ist Philosophenzeit. Sie meinen, das hat der Deutschblog aber wieder schön gesagt? – Nein, das hat der Philosoph Martin Heidegger schön gesagt. Und während die Flocken aus dem Stuttgarter Himmel besinnlich rieseln, verlangt es einen in dieser Zeit des Jahres ganz in diesem Sinne danach ein wenig zu philosophieren und den Blick um den Blog schweifen zu lassen.  Das heißt natürlich nicht: Die Dinge im Blog schleifen zu lassen, nein: Ganz systematisch wollen wir - first things first – betrachten, was uns so rund ums Jahr beschäftigt hat.

Im Mai sagten  wir den Nutzern von PONS Die deutsche Rechtschreibung, wie sehr ihre Beiträge und Wortmeldungen uns gefreut haben.  Das war sehr ehrlich von uns gemeint.  Und ein wenig stolz waren wir auch. Hatte unser Rechtschreibwörterbuch doch schon in erheblichem Maße  Zuwachs bekommen.  Das war eine reife Leistung der Mitmacher und Unterstützer unserer Anstrengungen, die die Stichwortzahl seit unserem Debüt im PONS.eu-Sprachenportal bis zu dieser Zeit um 4000 erhöht hatte.

Alle diese Menschen hatten sich verponsen lassen  (ich kann mich nicht mehr erinnern, wo ich dieses Wort mal gelesen habe …), aber irgendwie passt es;  Strukturformel: jemand verponst etwas Akkusativ: Jemand setzt die Tatsache, dass alle Sprachgewalt vom Volke ausgeht, in einen generösen Akt um und verhilft einem Wort zum Stichwortstatus in PONS Die deutsche Rechtschreibung.

Es ward Sommer. Und es ward Fußball. Die WM und die vom Fußball bzw. dem Sport im allgemeinen ausgehende Sprachgewalt zog uns in ihren Bann. Wir machten in keinem Fall Rückzieher, bloggten uns nicht ins Abseits, bekamen keine gelben oder gar rote Karten gezeigt uns stürmten was das Zeug hielt.

Auf den Sturm folgt der Drang. Es drängte uns nach Erkenntnis. Im August sahen wir unseren Usern auf die tippenden Finger und die häufigsten Suchanfragen.

So ging es in den Herbst hinein. Ein Gedicht des Schülers Cumali machte uns klar, dass der Blog eigentlich auch eine Kategorie POESIE benötigt.  Unser Tun führte uns auf Höhen der Erkenntis,  die zu schauen wir nie zu  hoffen gewagt hätten. Wir lernten, dass Rechtschreibung sexy macht – und fühlten uns gut dabei. Wir hörten staunend von Menschem im Offline-Exil. Wir wichen einem Thema nicht aus, dem man gar nicht ausweichen kann:  Dem gefühlten Sprachverfall, dem Denglischen und den Anti-Denglisch-Attacken der Anglizismengegner. Vielleicht konnten wir, liebe Leser, ein  service point sein für Ihr Nachdenken über diese Sache. Ein einfaches  BILD der Sache ist anderswo.

Als Stuttgarter Blogger wollten wir OBEN BLEIBEN.  Texte von Autoren wie  Bolz, Schirrmacher und Wippermann inspirierten uns dabei, ein klein wenig  der Rolle von Sprache, Schreiben und dem rechten Schreiben in der digitalen Welt nachzuspüren. Mit Etymologien wie orthos und grafein belangten wir Sie sicher lieber und  öfter als unbedingt notwendig. Sehen Sie es uns nach. Wir können nicht anders, wir sind Angefressene, wir sind Wörterbuchmacher.

Warum nur lautet die Überschrift dieses Beitrags “Zwischen den Blogs”? Ich wollte “Zwischen den Jahren” schreiben und eine der vielen im Netz gegebenen Erläuterungen über die Herkunft dieses Ausdrucks als Aufhänger instrumentalisieren. Sie wissen schon, diese ganzen Geschichten um Zeitrechnung, römisches  Amtsjahr und  christliches Kirchenjahr. Und da merkte ich, ich hatte das alles  nicht  genau genug verstanden, um mich beim Versuch es bloggend zu verwenden nicht zu kompromittieren. Aber was erzähle ich, ich hatte es Ihnen ja gesagt: Ich bin nicht Historiker.  Und  “Zwischen den Blogs” ist nicht nur  eine gute Überschrift, sondern auch ein guter Ort für die Rechtschreibung.

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • S. Fichte |  16.12.2010

    “Ich möchte heute eingebloggt bleiben”!
    Nur weiter so, freue mich schon auf den nächsten Beitrag,
    Viele Grüße, S. Fichte


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