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Kafkaesk

08. Dezember 2011

Durch die Medien geisterte dieser Tage die Nachricht einer extrem fehlerhaften Edition von Kafkas “Das Schloss”, angeblich finanziert mit Mitteln der EU und kostenlos an österreichischen Schulen verteilt. Inzwischen ist der Spuk aber gebannt: Weder die EU-Finanzierung noch die flächendeckende Verteilung an Schulen waren real.  Hinter dem Kafka-Buch steckt die österreichische Aktionsgruppe “The BirdBase”.

1000 Exemplare von Kafkas “Schloss”, gespickt mit insgesamt 1850 Fehlern, will The Bird Case an Schulen und Medien verteilt haben, inklusive Pressematerial von einem  fiktiven Verleger Adrian Schulz vom Verlag Gehlen & Schulz. Zwei Millionen Exemplare sollten angeblich  gedruckt worden sein, gefördert mit 345.000 Euro von der EU. ”Bild”,  “FAZ”, und  Börsenblatt berichteten.  Jetzt stellte sich heraus:

“Die Schloss-Edition war  eine scherzhafte Aktion mit ernstem Anliegen. Und alle, die sich mit dem Thema befasst haben, sind darauf hereingefallen”, schreibt “Die Presse“. Die Aktionsgruppe “The BirdBase” wollte mit der Aktion Kritik am österreichischen Bildungssystem üben. “Wenn sich nichts ändert, werden solche Bücher der Normalfall sein”, heißt es der Zeitung zufolge in einem Schreiben der Gruppe, die etwa 100 Teilnehmer haben soll, darunter viele Lehrer.

Allerdings: Wir finden, dass es im ersten Satz des “Enthüllungstextes” vieles (mit kleinem “v” ) heißen muss. 

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN


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