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Weil richtig schreiben wichtig ist

Rechts von der Mitte: Wie Sie Markennamen mit links kreieren

28. März 2012

 

Kognitionswissenschafter meinen erkannt zu haben, wie der Vorgang des Tippens unser Denken beeinflusst. Nach dem am  weitesten verbreiteten Tastaturlayout im englischsprachigen Raum sprechen sie vom ”QWERTY-Effekt”. Demnach würden Wörter, die sich aus mehr Buchstaben von der rechten Seite der Tastatur zusammensetzen, mit positiveren Emotionen assoziiert als Wörter, die mehr Buchstaben von der linken Hälfte enthalten.

 Kyle Jasmin vom University College London und Daniel Casasanto von der New School for Social Research in New York haben  Wörter aus drei relativ nahe verwandten Sprachen untersucht: Niederländisch, Spanisch und Englisch, also einer germanischen und einer romanischen Sprache sowie einer germanischen mit starken romanischen Elementen. Der Effekt war bei allen dreien messbar. Wortlänge, Buchstabenhäufigkeit und die Links- oder Rechtshändigkeit der Versuchsteilnehmer spielten dabei keine Rolle.

 DER QWERTY- Effekt zeigte sich sogar bei  Kunstwörtern und war am stärksten bei Wörtern und Abkürzungen, die erst nach der Erfindung der QWERTY-Tastatur kreiert wurden.

 Die Interpretation der Wissenschaftler: Da es mehr Buchstaben links von der Tastaturmitte gibt, könnten die Buchstaben auf der rechten Seite leichter zu tippen sein.  Und Dinge, die  leicht von der Hand gehen [auch im wörtlichen Sinne!} werden als positiv empfunden.  Bei der Suche nach Namen für neue Produkte, Marken oder Firmen sei man gut beraten, den QWERTY-Effekt zu berücksichtigen.  

 

Denk dir dein Deutsch

 

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN, WISSENSWERTES


Kommentare

  • Keks |  24.04.2012

    Bei uns ist das eher der QWERTZ-Effekt. Noch unaussprechlicher.
    Letztlich kann das aber auch nur ein marginaler Faktor eines guten Markennamens sein. Viel mehr zählt Originalität und Einprägsamkeit. Ein guter Slogan tut sein übriges.


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