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Weil richtig schreiben wichtig ist

An frohen weißen Ostern gemutmaszt

02. April 2012

 

Wenn Ostern, liebe Leserinnen und Leser, seine … vorauswirft … Ach was, kein gelungener Einstieg! Wir wollen hier doch nicht von Schatten reden, wenn alle Welt sich zu Ostern nach dem Licht des Frühlings sehnt. Nun gut, ein klein wenig im Schatten liegt die Herkunft des Wortes Ostern, die bei den Gelehrten noch immer umstritten ist;  Eine germanische Göttin Ostara hat es nach heutigem Forschungsstand nicht gegeben; der angelsächsische Historiker und Theologe Beda (7./8. Jh. n. Ch.) spricht von einer  Göttin Eastre, die sonst aber nirgends erwähnt wird . Das Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  bestätigt: »auf diese ags. Eostre, die vielleicht nur eine erfindung BEDAS ist [...], stützt sich die gemutmaszte deutsche frühlingsgöttin Ôstarâ, deren fest in dem nach ihr benannten april gefeiert und dann für das christliche auferstehungsfest angewandt worden sein soll.«

Ein Blick in das Deutsche Wörterbuch lohnt sich nicht nur zu Ostern ja bereits im Hinblick auf die faszinierende Menge an Stichwörtern, darunter so poetische wie Osterhochzeit, Osterwind und Osterwein – dafür nicht unseren heutigen Osterstau oder die Osterreisewelle.

Ostern ist

  • ein Singular: Ostern war in diesem Jahr früh.
  • froh. Das Adjektiv wird mit kleinem Anfangsbuchstaben geschrieben: Ich wünsche Dir frohe Ostern! Großschreibung allerdings in : Frohe Ostern!        
  • wie vieles andere auch regional ein wenig schwankend hinsichtlich der Präposition. So sagt  man im Norden Deutschlands eher zu Ostern, im Süden und in der Schweiz eher an Ostern
  • in Österreich und der Schweiz bisweilen auch artikellos: Diese Ostern habe ich zwei Wochen Urlaub.
  • manchmal “weiß”: An weißen Ostern fällt nämlich Schnee.

 

Denk dir dein Deutsch

 

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WISSENSWERTES


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