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Weil richtig schreiben wichtig ist

Ein Montagswagen Montag früh

14. Mai 2012

 

 

 

Der Montag – ein ganz besonderer Tag. Ganz nüchtern gesehen ist der Montag eben der Tag nach dem Sonntag. In einigen Sprachen wie dem Slowakischen oder Slowenischen bedeutet das Wort für Montag wörtlich genau dieses: “nach dem Sonntag”.  Eine besondere Beziehung hat der Montag scheinbar zu Farbadjektiven, insbesondere zu blau und schwarz. Der blaue Montag ist eine Bezeichnung für einen arbeitsfreien Montag, wobei die Gelehrten sich über die genaue Entstehung dieses Ausdrucks streiten.

Als  Schwarzer Montag gilt der 19. Oktober 1987, der  este Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg. Nichts mit Blumen hat der Montag vor dem Aschermittwoch zu tun. Das „Deutsche Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm leitet die Bezeichnung „Rosenmontag“ aus dem Mittelhochdeutschen von „Rasenmontag“, dem „rasenden Montag“ ab; „rasen“ stehe in der  kölschen Sprache für „tollen“.
 
Es waren Montagsdemonstrationen, die dem Ende der DDR vorausgingen; von 1974 bis 1979 waren im Fernsehen die Montagsmaler zu sehen. Der Montag hat einen zweifelhaften Ruf unter ökonomischem Aspekt. Wikipedia erklärt:

“Insbesondere das Montagsauto (oder der Montagswagen) hat sich im Sprachgebrauch festgesetzt. Dem Volksmund nach handelt es sich dabei um das erste zu Beginn der neuen Arbeitswoche hergestellte Exemplar, bei dem die Arbeitsabläufe noch nicht wieder ihre gewohnte Routine haben, so dass die Genauigkeit der Arbeit leidet („Montagsproduktion“).

Auch im Niederländischen gibt es das Maandag exemplar, ein Produkt-Exemplar minderwertiger Qualität, und eben auch das Maandag auto. Im englischen Sprachraum ist für derartige Montagsautos neben dem Begriff lemon („Zitrone“) auch der Begriff friday afternoon car („Freitagnachmittagsauto“) im Gebrauch. Diese Phrase entspricht von der Herkunft her dem deutschen Montagsauto. Nur geht der Volksmund hier davon aus, dass die Arbeiter am Freitag gedanklich bereits im Wochenende sind und daher schlampig arbeiten.”

Der Montag inspiriert die singende Zunft: Die Bangles besangen den “Manic Monday”, die Boomtown Rats bekannten “I don’t like Mondays”, der amerikanische Bluesmusiker T-Bone Walker schrieb “Call it Stormy Monday” und Hildegard Knef wollte 1966 “am Montag mal Sonntag haben.”

Geschrieben wird der Montag als Substantiv natürlich mit großem Anfangsbuchstaben. Wie alle Wochentagsbezeichnungen verbindet sich der Montag auch mit Tageszeitangabem, was dann EIN Substantiv ergibt: der Montagabend. Man schreibt: montagabends und montags abends. Man schreibt: (am) Montag früh.

Ihnen einen schönen Montag!

 

DEUTSCH IST AUCH AM MONTAG SCHÖN

Andreas Cyffka

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WISSENSWERTES


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