Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Deutsch in der Welt: Was man gerade so lesen kann

14. Juni 2012

Ein kurzer Blick in den Blätter- und Webseitenwald zeigt auch am heutigen Tag die deutsche Sprache in der Vielfalt ihre Facetten.

Deutsch wird gewünscht – als korrekte Übersetzung. Deutsch wird gelernt – z.B. auch von einem Spitzenbanker. Ohne Deutsch geht es beim Fußball nicht. Deutsch kann die Gemüter erhitzen

Die Saarbrücker Zeitung berichtet:  Der Bundestag schickt  zunehmend wichtige EU-Vorlagen wegen schlechter oder fehlender Übersetzungen ins Deutsche zurück nach Brüssel. In dieser Legislaturperiode seien mehr als 100 Dokumente zurückgeschickt worden, weil die zuständigen Ausschüsse nicht darüber beraten konnten. Besonders betroffen vom Übersetzungsproblem sind demnach der Innen-, der Finanz-, der Haushalts-, der Wirtschafts- und der Verteidigungsausschuss des Bundestages.  Es fehlten zunehmend auch deutsche Fassungen von Dokumenten, die für die Schuldenkrisen-Bewältigung wichtig sind.

Der Vorsitzende des Europaausschusses, Gunther Krichbaum, sagte der Zeitung, die EU-Kommission habe schon vor Jahren eine neue Übersetzungsstrategie versprochen. “Doch passiert ist bis heute leider gar nichts.” Nach dem Willen von Union und FDP soll die Bundesregierung auf bessere Übersetzungen pochen und dafür sorgen, dass genügend Mittel im EU-Haushalt bereitgestellt werden.

Nach dem Berliner Empfang für Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank,  attestierten die Medien, Jain habe nicht nur den richtigen Ton getroffen, sondern auch die richtige Sprache: Erstmals redete er in Deutschland bei einem offiziellen Auftritt auf Deutsch. Am Anfang las er charmant lächelnd einige Zeilen vom Blatt ab: “Seit fast zwanzig Jahren ist die Deutsche Bank mein Leben und mein Zuhause. Wie Sie aber merken, arbeite ich noch an der deutschen Sprache und muss diese Zeilen ablesen. Ihr Englisch ist besser als mein Deutsch.”  

Die Fußball-EM hat – rein sprachlich natürlich! – bisher noch keine spektakulären Tore, Eigentore oder Fallrückzieher gebracht. Es sei denn, ich hätte da etwas übersehen.  Deshalb sei gern verwiesen auf eine etwas ältere, aber dennoch hochgradig lesenswerte Betrachtung über die Fußballsprache:

Auf der Seite der Deutschen Akademie für Fußballkultur erläutert der Sprachwissenschaftler Dr. Uwe Wiemann das komplizierte Verhältnis von Fußball, Sprache und Pazifismus.

 

Ein relativ seltenes Adjektiv führt zu Erregungszuständen anderer Art : glückssüchtig. Der Bundespräsident hat es jüngst benutzt.

Sehr häufig liest man das Wort gerade nicht. Lexikografisch erfasst ist es bereits im Wörterbuch der Gebrüder Grimm.
 

Andreas Cyffka

DEUTSCHSÜCHTIG


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN


Kommentare

  • Urs Blank |  14.06.2012

    Fußball ist eine Sache und Sprache eine andere. Ins Abseits geraten kann man jedoch in beiden Fällen …


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