Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Ratgeber Büromöbel

10. Juli 2012

Spiegel Online berichtet von einer hochinteressanten Studie.  Der Mensch richtet sich auch im Büro gern häuslich ein – stimmt’s? Geht Ihnen auch so. Mir geht es so.

Rund hundert Designstudenten fotografierten 686 Bürotische von Auckland über Hongkong bis  Mailand oder Köln. Ein Teil der 10.000 Fotos findet sich Buch “My Desk is my Castle”. Hinter dem Projekt stehen die Designtheoretiker Michael Erlhoff und Uta Brandes.

“Die Dinge auf Bürotischen dienen dazu, den eigenen Status zu demonstrieren und sein Territorium zu markieren”, sagt Uta Brandes. Was nicht auf den Tisch passt oder nicht gesehen werden soll, landet in der Schublade darunter, “die ist wie das Schlafzimmer zu Hause”, der privateste Ort im Büro.

In Callcentern fanden die Studenten sieben Gegenstände pro Tisch, in Kreativbüros 17. In Hongkong sammelten sich sagenhafte 2709 Objekte auf 71 Tischen, in Köln nur 760 an 94 Arbeitsplätzen. “Designer in Asien sahen die Fotos europäischer Designbüros und sagten: ‘Wie können die in einer derart klinischen Atmosphäre arbeiten!’”, so Brandes. “Und die Europäer fanden umgekehrt: ‘Wie können die bei so viel Kitsch klar denken!’” Dass gerade Asiaten sogenannte Volltischler sind, hat auch praktische Gründe: Wohnraum ist knapp, “viele lagern Dinge von zu Hause ins Büro aus”.

Also, ich bin mir keineswegs sicher, dass letzteres wirklich nur in Asien so ist. Die Vase neben mir hat doch daheim auch keinen Platz mehr gefunden. Wenn ich schon so ehrlich bin, kann ich Sie ja auch gleich noch in mein Schlafzimmer in meine Schreibtischschublade blicken lassen:

Hier verwahre ich meine allerprivatesten Geheimnisse:  Zum Beispiel ein von der BILD-Zeitung herausgegebenes Volkswörterbuch. Das bleibt aber unter uns.  Den Hongkong-Rekord von 38 Schreibtischobjekten toppe ich locker: 37 Wörterbücher, zwei Bananen.

Am tiefsten beeindruckt hat mich der Satz, den die Büroforscher auf einem Büroschrank in Indien fanden.

Eine Mitarbeiterin hatte dort geschrieben: “Everything will be ok in the end. If it’s not ok, it’s not the end.” Den Satz kann man über jedes Wörterbuch schreiben.


FRIENDS OF DEUTSCHBLOG

 

Mittagszeit: Jetzt eine leckere Vischyssoise

?

Rating for de.pons.eu/deutschblog

DIE DEUTSCHSCHUBLADE


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, POESIE, SCHEINWERFER, WISSENSWERTES


Kommentare

  • Christina |  26.07.2012

    Ich bin auch der Meinung, man sollte sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlen, jedoch sollte man es nicht übertreiben, es ist ja nicht das Sofa zu Hause. Da leidet dann auch die Ergonomie. ;) Aber ich habe auf http://www.amline.ch tolle “Sessel” gefunden.


Seite auf
Feedback