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Weil richtig schreiben wichtig ist

Sommerfrische

13. Juli 2012

Während des Bloggens wäre es uns vor lauter Konzentration beinahe entgangen, dass die Urlaubszeit … nicht nur begonnen hat, sondern dass wir uns bereits mittendrin befinden. Die tropischen Temperaturen im Stuttgarter Kessel haben es uns jedoch unmöglich gemacht, diese Tatsache gänzlich zu ignorieren.

PONS Deutschblog wünscht heute sich und allen einen schönen Urlaub!

Im Mittelhochdeutschen ist der “urloup” die Erlaubnis- nämlich die Erlaubnis zum Weggehen. Wenn aus der Schule weggegangen wird, ist das ein Fall von Ferien. Die kommen wiederum vom lateinischen Wort “feriae”,  das waren “Festtage” – besonders im Zusammenhang mit religiösen Festen.

Ein Mensch, der heute in den Sommerurlaub fährt, fuhr früher in die Sommerfrische.  Einen solchen vom Sommer erfrischten Menschen nannte man dann Sommerfrischler. Konstituierendes Merkmal eines Urlaubers ist also seine temporäre Absenz vom Arbeitsplatz. Der Urlauber geht mithin frei seiner sommerfrischen Wege, hat aber beileibe keinen Freigang, denn um den zu haben, muss man wiederum Strafgefangener sein.

Der absente und sommerfrischende Urlauber ist bisweilen dann auch nicht mehr so frisch, wenn er als Tourist oder gar Rucksacktourist in seiner Eigenschaft als Weltenbummler durch die Welt bummelt; man beachte: durch die Welt (Singular), denn wären es Welten (Plural) , wäre er vermutlich schon ein Weltraumtourist - und das ist doch viel aufregender als Pauschaltourismus.

Wir schreiben und lesen uns wieder – sommererfrischt!

Andreas Cyffka
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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FREUT UNS


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