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Weil richtig schreiben wichtig ist

Auch mit GPS und Pulsuhren: Ohne Zwang geht’s nicht

28. August 2012

 

GPS kennen Sie? Ganz sicher. Und zwar in beiden Bedeutungen! Was? Wie? Sie dachten: GPS ist GPS: das Ding im Auto, am Fahrradlenker  oder an den Rollschuhen, dass Ihnen mit Satellitenhilfe Weg und Ort weist. Stimmt ja. Aber: GPS ist auch das Grammatical Pedantry Syndrome. Was? Wie? Doch, nennen wir es: Sprachnörglerei. Und plötzlich fallen Ihnen bestimmt liebe Zeitgenossen ein, die zwanghaft die Grammatik (nur diese?) anderer Menschen korrigieren müssen.

Der amerikanische Linguist Dennis Baron von der  University of Illinois, hat  unter Verweis auf eine Studie im Journal of Syntactic Cognition im Blog der Oxford University Press geschrieben, dass zwanghaftes Korrigieren fremder Leute Grammatik eine Krankheit sein könnte.

Erschien grammatische Pedanterie bisher eher als eine Art lästige Unart, so Baron, erscheine sie im Lichte neuer Untersuchungen eher als eine Art Zwangshandlung.

Die Forscher Malevich und Lo haben herausgefunden, dass paradoxerweise Menschen, die zwanghaft andere menschen sprachlich korrigieren, über ein kleineres  Broca Areal verfügen als andere bzw. noch paradoxer: Das Sprachzentrum im Gehirn zeigte bei ihnen eine reduzierte Aktivität, wenn man ihnen grammatische Fehler zeigte.

Forscher Malevich:  Grammatikregeln befriedigen das Bedürfnis von Zwangsgestörten, in Sprache eine normative Ordnung zu bringen, die ihnen außer Kontrolle geraten erscheint.

Andererseits würde pedantisches Einhalten grammatischer Regeln Zwangsgestörten helfen, sozial weniger akzeptable Zwangshandlungen wie z.B. dauerndes Händewaschen oder Kontrollieren von Türen zu umgehen.

Das dürfte den Puls von Sprachpuristen in die Höhe treiben, denn diese meinen gewöhnlich, die korrigierte Sprache sei abweichend, nicht sie selbst. Wir empfehlen: Statt nur GPS auch eine Pulsuhr verwenden!

Andreas Cyffka



Andreas Cyffka | 

LASSEN SIE IHR DEUTSCH NICHT UNBEAUFSICHTIGT


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • Hannes |  28.08.2012

    Erstaunt mich nicht: Wer nörgelt, hat ‘s nötig

  • gps sport uhr |  09.09.2012

    Nörgler gibt es immer wieder. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es eine Krankheit der Deutschen ist, zu nörgeln. Allerdings lehnt man sich bei der Verbesserung der deutschen Sprache sehr weit aus dem Fenster. Nicht allzu viele wissen wirklich genau, wann etwas korrekt oder falsch ist.

  • tester |  16.11.2012

    Hihi – da musste ich schmunzeln: Ich habe öfters mal Bücher von einem bestimmten Bekannten geschenkt bekommen – immer versehen mit einem “Beipackzettel” voller Korrekturen für das verschenkte Buch – das war schon eine Art “Krankheit” bei diesem Bekannten:-)

  • Jens Kosmiky |  30.07.2015

    Das “noch” nach “bzw.” muss klein geschrieben werden…

  • leZickZack |  17.04.2016

    Ich muss sie leider korrigieren, da ich an einer neurotischen Zwangsstörung leide.
    In Zeile 2 ist ihnen ein grammatikalischer Fehler bei der korrekten Verwendung von “das” bzw. “dass” unterlaufen. Es müsste heißen:
    “Das Ding im Auto, am Fahrradlenker oder an den Rollschuhen, DAS Ihnen mit Satellitenhilfe Weg und Ort weist.”
    Liebe Grüße aus München und Forza 1860! Bleibt immer schön kompetent hier :)


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