Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Mutig, wutig, wütend

08. August 2012

In  PONS Die deutsche Rechtschreibung vermisste neulich ein Nutzer ein Wort.

Er schrieb uns: “Mut wird zu mutig, aber Wut nicht zu wutig, sondern wütend –  warum? Gleicher Wortstamm, aber andere Ableitung vom Wortstamm ist irreführend. Und kein Deutschlehrer kann erklären, woher das kommt.”

Nun, nicht alles in der Sprache erscheint immer logisch – schließlich ist sie ein historisch gewachsenes Gebilde, was jeder Deutschlehrer bestätigen wird.

Als kleinen Trost für den PONS-Nutzer haben wir dann aber doch noch herausgefunden, dass es “wütig” zumindest einmal gegeben hat.

Der Artikel aus “Trübners Deutsches Wörterbuch” zeigt dies; später wurde das Wort dann wohl verdrängt. Sprache wandelt sich.
 Trübners Deutsches Wörterbuch. Begründet von Alfred Götze. In Zusammenarbeit mit [...] hrsg. von Walther Mitzka. Berlin: Walter de Gruyter 1957 [Nachdruck].

 

 

Andreas Cyffka | 

DEUTSCH: REICH AN GESCHICHTE(N)


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, LESER SPRECHEN MIT UNS


Kommentare

  • Phil Ologe |  08.08.2012

    Hierzu fällt mir noch ein Beispiel ein, und zwar:
    Im Adjektiv “tollwütig” lebt das Element “wütig” weiter!

  • Ostgote |  08.08.2012

    … hat hier jemand zufällig ‘nen Frakturschrift-Konverter?!

  • Karsten Schmitt |  08.08.2012

    Wie wär’s mit meiner Tante – als echte Zeitgenossin?! Zu Ihrer Schulzeit war das nämlich normal …

  • Heribert Slama |  09.08.2012

    Im Schweizerdeutschen gibt es das noch: gesprochen “wi(e)tig” mit kurzem, unbetontem e.


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