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Weil richtig schreiben wichtig ist

Lust auf ein Treffen mit Birgitta Sommer?

21. September 2012

Sie kennen ihn und genießen ihn: Den Altweibersommer.

Die für die Zeit von Mitte bis Ende September charakteristische Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa ist in der Wetterbeobachtung seit ca. 200 Jahren nachweisbar und in Bauernregeln sogar seit mehreren Jahrhunderten. Das Wetterphänomen hat auch viele länderspezifische oder nur regional vorkommende Bezeichnungen: In der Schweiz spricht man vom Witwensömmerli, in Schweden vom  brittsommar (Birgitta- Sommer), in Böhmen von Wenzelsommer, in Frankreich von Ete de la Saint-Martin. Ferner gibt es Ähnlsummer, Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Mettkensommer, Metjensommer – alles landschaftliche Varianten des Altweibersommers.

Mit “weiben” wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen und Zwergen gehalten.Das Christentum sah früher darin ein Zeichen Gottes und auch der heiligen Maria. In Südddeutschland wurden diese Fäden auch als Marienfaden, Marienhaar, Marienseide oder Mariengarn bezeichnet.In norddeutschen Dialekten nennt man die Altweibersommerfäden Metten, Mettken oder Mettjen (als Verkleinerungsform von Made, das heißt, man hielt sie für Raupengespinst). Wegen der lautlichen Ähnlichkeit wurde dieser Begriff wohl volksetymologisch zu Mädchen umgedeutet.

Der „Altweibersommer“ ist übrigens nicht frauenfeindlich. Eine 78-jährige Frau hatte gegen die Bundesrepublik Deutschland geklagt. In den Wetterberichten des Deutschen Wetterdienstes solle zukünftig der Begriff „Altweibersommer“ nicht mehr verwendet werden. Das Landgericht Darmstadt hat im Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks Altweibersommer durch die Medien keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt.

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Andreas Cyffka | 


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WISSENSWERTES


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