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Weil richtig schreiben wichtig ist

DIGITALER KNIGGE

21. September 2012

Dauertelefonierer in der überfüllten S-Bahn. Endlos-Emails ohne Punkt und Komma – die Welt der grenzenlosen Kommunikation ist keine makellose.  Verstöße gegen die elementaren Regeln des guten Benehmens führen online wie offline zu Trübungen der guten Laune der Mitmenschen und zu einer mehr oder weniger negativen Beurteilung des Übeltäters.

Allein, was ist gutes Benehmen in der digitalen Welt?

Antworten auf diese Frage gibt “E-Etiquette” - ein digitaler Knigge: „Welche Höflichkeitsregeln im digitalen Miteinander gelten, wollten wir in Zusammenarbeit mit Nutzern herausfinden“, erklärt Dr. Raimund Schmolze, Leiter des Creation Centers der Telekom Laboratories. „Wir haben mit Kindern und Jugendlichen im Stadtteil Neukölln, Digital Natives (Menschen, die seit Kindesbeinen mit digitalen Medien vertraut sind ) aus zwölf Ländern und Studenten des Londoner Royal College of Arts Workshops zum Thema veranstaltet.“

Die Teilnehmer erörterten, in welchen Situationen sie sich unsicher über das angemessene Verhalten sind und entwickelten daraus die „E-Etiquette“. 

Der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson stellte einst fest: “Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.” Das gilt offenbar auch im elektronischen Benimm-Raum. So fordert etwa Regel 4 der digitalen Gesetzestafeln dazu auf, auf episch lange E-Mails zu verzichten und – hat man sich doch zu einer solchen hinreißen lassen – keine Antwort von ähnlichem Umfang zu erwarten.  Damit wäre Emersons Regel quasi doppelt zu erfüllen.

Neben Pragmatischem (“Starre nicht auf fremde Bildschirme. Verhalte Dich wie an einem FKK-Strand …), gibt es Hinweise von hohem Erkenntnisinteresse, etwa: “Google ab und zu Deinen Namen, um Deine digitalen Klone kennzulernen.”

Emerson hat aber auch gesagt: “Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.” Das passt doch ganz ausgezeichnet zu Regel 35: “Wenn Deine Freudschaftsanfrage nicht akzeptiert wird, akzeptiere es einfach”. Einfach …?! Verschmähte Liebe ist doch auch nicht “einfach”, oder?

Ein sehr guter Rat ist sicherlich Regel 57: “Stelle nur Bilder ins Netz, die deine Mutter freigeben würde.”

Und wieder Ralph Waldo Emerson: “Die Gesellschaft  ist eine Welle. Sie selbst bewegt sich vorwärts, nicht aber das Wasser, woraus sie besteht.” Stimmt – auch in der digitalen Welt ändert sich an den immerwährenden Wahrheiten letztlich nichts.

Mit Wohlwollen ist uns natürlich aufgefallen (sagen wir die Wahrheit: Wir haben danach gesucht …), dass im E-Etiquette-Regelkanon Rechtschreibung ein Thema ist.

“Ignoriere Rechtschreibfehler Anderer [sic!], es sei denn, Dein Name wurde falsch geschrieben.”

“E-Mails, die in Kleinbuchstaben und mit falscher Zeichensetzung verfasst sind, lassen dich ungebildet oder faul erscheinen.”

“Förmliche E-Mails mit Rechtschreibfehlern machen einen schlechten Eindruck. Jedoch lässt dich ein Fehler in einer informellen E-Mail menschlicher erschneien [sic!].”

Das, liebe Leser, könnte man zusammenfassen: Weil richtig schreiben wichtig ist.
eine grafik

Andreas Cyffka | 

 
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DEUTSCH: ANGENEHM!


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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