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Weil richtig schreiben wichtig ist

Gevatter Fuzzi

16. Oktober 2012

Ho0ch her ging es am Sonntag bei Günther Jauch und seinem Gast Jörg Kachelmann. Dabei fielen Sätze wie: Hans-Hermann Tiedje, ehemaliger Chefredakteur der “Bild”-Zeitung, zu Kachelmann: “Sie sind nur Kachelmann, der gute alte Wetterfuzzi.”  Kachelmann konterte mit der Anrede “Gevatter Tiedje”; dieser reagierte: “Nennen Sie mich nicht Gevatter. Seien Sie ganz friedlich!”

Fuzzi und Gevatter – was sind das eigentlich für WÖrter?

Ein großes deutsches Wörterbuch bringt den “Fuzzi” in Verbindung mit einer Figur aus einer Westernserie. Diese wird dort nicht näher spezifiziert; andere Quellen legen nahe, dass es sich um “Casey Jones” handelt. Dort war Fuzzi ein alter kauziger Typ mit wirrem Vollbart. Seit damals wurden alle ähnlichen Menschen dieses Typus liebevoll “Fuzzi” genannt. Heute wird “Fuzzi” eher für Experten verwendet. Manchmal abwertend negativ und manchmal leicht abwertend.

Die Bedeutung scheint vom Bild des Sonderlings auf das des Experten hinübergewandert zu sein.

Genaueres weiß man über den Gevatter: Das mittelhochdeutsche “gevater(e)” kommt vom althochdeutschen “gifatero”, was eine Lehnübersetzung von kirchenlateinisch compater: “Taufpate” ist, eigentlich also:»Mitvater«

Westernheld und Taufpate: nicht so schlecht – Fuzzi und Gevatter: mit Vorsicht zu gebrauchen!

DEUTSCHFUZZIS

 

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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