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Weil richtig schreiben wichtig ist

Otto: Den Kunden umrunden – aber richtig!

10. Oktober 2012

 

Spiegel Online kommt zu dem Schluss, dass zumindest sprachlich der Kunde bei Deutschlands Unternehmen nicht immer König ist.

Plattitüden, Anglizismen und  hohle Phrasen würden zu oft die Unternehmenskommunikation kennzeichnen , die sich auf die Sparten “Bürokratendeutsch” und “Marketing-Geplapper” aufteilen.  Firmen sollten endlich lernen, so zu formulieren wie normale Menschen sprechen.

Prima gelungen ist die Formulirung: “Über 400 Zeichen hat der erste Absatz, doch sein Informationsgehalt ist geringer als der einer Kiste Kopierpapier.”

Dabei zeigt sich immer wieder: Kunde sein ist nicht nur deshalb nervtötend, weil guter Service rar ist. Sondern auch, weil die damit verbundene Korrespondenz so anstrengend ist. Es gibt drei Arten von schlechtem Deutsch, mit denen Firmen ihre Kunden piesacken. Sei es der  Bürokratensprech:

“Sehr geehrter Herr König, zu unserer Entlastung übersenden wir Ihnen hiermit die Mitteilung, dass unsere Qualitätssicherung nach eingehender Befassung mit dem von Ihnen im Rahmen des Beschwerdegangs eingereichten Garantiefall kein Versagen der Bauteile i.S.v. §4 (Abs. 2) unserer AGB feststellen konnte. Ein Garantiefall liegt somit nicht vor. Seien Sie sich indes versichert, dass wir Ihnen bei in der Zukunft auftretenden Fragen i.R.d. ges. Gewährleistungsfrist zur Verfügung stehen.”

oder der Marketingsprech:

Die Unique Selling Proposition der Callyoulater AG als immer anzuwendender Textabustein.

Sie würden nur noch überboten von Juristentexten, die nur eines zum Ziel haben: “dass der Kunde daraus keine, aber auch wirklich gar keine Ansprüche oder Erwartungen ableiten kann.”

 

All die signalisiere, dass das Unternehmen sich nicht verantwortlich fühle, ihn geringschätze und  keine Fehler eingestehen könne.

Ein positives Gegenbeispiel sei das Hamburger Versandhaus Otto mit seinem Mitarbeiter-Leitfaden “Jetzt red’ ich Otto” aus. Auf Ottos Negativliste steht beispielsweise der Satz: “Die Überprüfung durch unsere Qualitätssicherung hat den von Ihnen aufgezeigten Mangel bestätigt.” Stattdessen soll es heißen: “Sie haben recht: Ihr Pulli war mangelhaft, dafür entschuldigen wir uns.”

Ottos Stilbuch enthalte Leitsätze wie “Geben Sie eindeutige Antworten”, “Verwenden Sie freundliche und klare Umgangssprache” oder “Führen Sie ein persönliches und emotionales Gespräch”.

Keine schlechte Empfehlung!

 

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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