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Es war einmal Wörterbuch

29. November 2012

 

Die WELT berichtet heute vom Ende eines weiteren großen Wörterbuchs: das Grimmsche Wörterbuch.

Am Anfang sei das Grimmsche Wörterbuch eine Geldmaschine, später eine politische Pflicht gewesen. Als die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ihre Professorenposten im Königreich Hannover verloren hatten, weil sie zu den “Göttinger Sieben” gehörten, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung durch den König protestiert hatten, mussten sie sich neue Finanzquellen erschließen.

Ihr  ”Deutsches Wörterbuch” dokumentierte  den gesamten damaligen Wortschatz und erschloss ihn historisch. Die Grimms wurden vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufen und fühlten  sich akademisch und politisch verpflichtet, das große nationale Werk zügig fortzusetzen.

Nnach mehr als 170 Jahren Arbeit kommt nun das Ende des “Deutschen Wörterbuchs”.

Die Wissenschaftler in der Grimm-Wörterbuchwerkstatt der Berliner Akademie der Wissenschaften stellen zum Ende des Jahres ihre Tätigkeit ein. Die Arbeitsstelle in Göttingen, der anderen Grimm-Stadt,  arbeitet  noch bis 2016 . Dann ist auch dort Schluss.

32 Bände, 330 000 Wörter

1961 war es, als mit dem 32. Band und dem letzten, dem dreihundertdreißigtausendsten Wort “Zypressenzweig” das Langzeitprojekt abgeschlossen wurde. Doch die ersten drei Bände, die Jacob und Wilhelm bis 1863 noch selbst vollendet hatten, waren da schon überholt. Ihre Überarbeitung wurde 1957 als symbolträchtiges gesamtdeutsches wissenschaftliches Projekt in Angriff genommen.

Das Grimmsche Wörterbuch gerät damit in eine Linie mit  Werken wie  Langenscheidts “Muret-Sanders” oder des zehnbändigen DUDEN “Großes Wörterbuch der deutschen Sprache”,  die keine Neubearbeitungen mehr erfahren wie etwas auch das Wörterbuch der italienischen Academia della Crusca

Die heftweisen Lieferungen der Neubearbeitung des “Deutschen Wörterbuchs”  hatten zuletzt noch 300 Abonnenten, fast nur Bibliotheken. Der erste Band, der 1854 erschien, war noch von 10.000 Subskribenten gekauft worden.

An die Stelle des alten Grimm tritt das “Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache” (DWDS). Erstellt wird es ebenfalls von der Berliner Akademie der Wissenschaften. Seine neueste Version nutzt die Möglichkeiten des Mediums auf eine Weise, die erheblichen Mehrwert bringt.

Wer dort ein Wort nachschlägt, bekommt es beispielsweise nicht nur erklärt, sondern auf einen Click auch dessen Aussprache vorgesagt. Über die Aussprachebeispiele hinaus bietet das DWDS noch zahlreiche weitere nützliche Werkzeuge. Zum Beispiel eine Schlagwortwolke, die anzeigt, in welchen Verbindungen das Wort wie häufig auftaucht.

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • blogthek - Grimmsches W&#&hellip |  03.12.2012

    [...] ] Von Christoph um 21:00 Die Arbeit am Grimmschen Wörterbuch wird bald eingestellt. Wie Pons Deutschblog berichtet, wird das Projekt durch das "Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache" (DWDS) [...]

  • Grimm’sches Wörter&hellip |  07.12.2014

    [...] Arbeit am Grimm’schen Wörterbuch wird bald eingestellt. Wie Pons Deutschblog berichtet, wird das Projekt durch das “Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache” [...]

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