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Das Unwort des Jahres ist “Opfer-Abo”

15. Januar 2013

Die Jury hat entschieden: Das von Wettermoderator Jörg Kachelmann geprägte “Opfer-Abo” ist Unwort des Jahres 2012. Als Unwort-Favorit hatte eigentlich “Schlecker-Frauen” gegolten.

Der Schweizer Moderator hatte im Herbst behauptet, dass Frauen in der Gesellschaft ein “Opfer-Abo” hätten. Die Jury kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen “pauschal und in inakzeptabler Weise” unter den Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein.

Laut Kachelmann seien Verleumdungen für Frauen heute eine beliebte und effektive Waffe geworden.” Sie hätten ein “Opfer-Abo”, sagte der Schweizer. “Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden.”

Für das “Unwort des Jahres 2012″ gingen mehr als 1000 verschiedene Vorschläge ein. 

Das Unwort wird seit 1991 jährlich gekürt. 

Es will auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam machen und dadurch das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern.  Das Unwort soll den kritischen Blick auf Formulierungen lenken, die innerhalb eines Jahres im öffentlichen Diskurs vorkamen, jedoch gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen.

 





Andreas Cyffka | 


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • deutschfreak |  16.01.2013

    Komisch, trotz der Berichterstattung über den Kachelmann-Fall kannte ich das Wort nicht. Die Schlecker-Frauen schon. Die Wahl der Jury ist bei diesen Wortwettbewerben schon ganz eigenartig.

  • Simone |  16.01.2013

    Stellt diese “Auszeichnung” nicht eigentlich einen PR-Schub für Herrn Kachelmann dar? There is no such thing as bad publicity …


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