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Deutsch als Fremdsprache

28. Januar 2013

 

 

 

Ein Bericht der WELT kommt zu einem pessimistishen Schluss: In der Wissenschaft befindet sich die deutsche Sprache gleichsam im freien Fall.

Doch längst sind es nicht mehr nur naturwissenschaftliche Fächer , in denen Deutsch verschwunden oder im Verschwinden begriffen ist; auch die Geisteswissenschaften verzeichnen einen Bedeutungsverlust des Deutschen.

“Mitarbeiter des Hochschulinformationssystem (HIS) haben 2010 dazu Wissenschaftler aus der ganzen Welt befragt. Dabei wiesen ausnahmslos alle Interviewpartner darauf hin, dass Deutsch auch in geisteswissenschaftlichen Disziplinen verliert. Es müssen schon deutschsprachige Wissenschaftler Bahnbrechendes geleistet haben wie etwa in der Kunstgeschichte.

Oder der Forschungsgegenstand muss gute Deutschkenntnisse erzwingen wie in der Musikwissenschaft, damit sich die Sprache einigermaßen behauptet; dann gibt es im Ausland noch eine erkleckliche Zahl an Sprechern oder Lesern.”

Auf dem Vormarsch sei das Englische unaufhaltsam auch in der Philosophie, die vielen traditionell als “sprachlich uneinnehmbar” galt.

Die Dominanz des Englischen resultiere aber nicht nur aus seinem Rang als erster Fremdsprache der Welt. Ein wichtiger weiterer Aspekt sei die Bedeutung der angelsächsischen Forschung. Nicht umsonst hatte das Deutsche im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine kurze Karriere als wichtigste Wissenschaftssprache, als auch ein großer Teil der maßgeblichen naturwissenschaftlichen Forschung aus Deutschland kam.

Häufiges Zitiertwerden sei in der Wissenschaft eine der wichtigsten Währungen geworden.  Lehrstühle werden oft jenen überantwortet, die die meisten Publikationen und Referenzen nachweisen können. Die wichtigsten Zitationsverzeichnisse listen jedoch vornehmlich englischsprachige Bücher und Zeitschriften. So fallen Texte in anderen Sprachen nicht mehr ins Gewicht – sie zählen im wahrsten Wortsinn nicht mehr. ” Ludwig Eichinger,  Direktor der Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim: “Es gibt einen objektiven Sog, auf Englisch zu publizieren”.

Vor 15 Jahren wurden die ersten rein englischsprachigen Studiengänge in Deutschland eingerichtet. Heute, so rechnet die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vor, gibt es bereits mehr als 800. In Anbetracht von mehr als 15.000 Studiengängen von Abfallwirtschaft bis Zoologie mag das wenig erscheinen, aber die Tendenz ist eindeutig.

Ein Argument für ein Festhalten an der Muttersprache sei – der Lerneffekt. In einer Studie unter englisch sprechenden schwedischen Physikstudenten, die im “European Journal of Physics” erschien, wurde nachgewiesen, dass die Studenten in der Fremdsprache spürbar weniger gelernt hatten.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie unter Medizinern. 25 Prozent der Informationen eines Textes gingen demnach verloren, wenn die Fachliteratur auf Englisch gelesen wurde.

DEUTSCH: SCHAFFT AUCH WISSEN





Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, DEUTSCH IN DER WELT, GELESEN, WICHTIGES, WISSENSWERTES


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