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Weil richtig schreiben wichtig ist

FACHCHINESISCH: äschyleisch

09. Januar 2013



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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FACHCHINESISCH


Kommentare

  • Werner Wolski |  05.02.2013

    Helau! Das von Altphilologen korrekt als „aischyleisch“ geschriebene Wort ist ein Adjektiv zu „Aischylos“ (Αἰσχύλος, griech. Dramatiker, 525 v. Chr. bis 456 v. Chr.). Es ist, wie z.B. auch „aristotelisch“, ein Deonym (Ableitung zu einem Eigennamen), und natürlich kein Fachwort. Gebräuchlich ist auch die latinisierte Form „Äschylus“, daneben „Aeschylus“. Das Adjektiv findet sich dem entsprechend auch als „äschyleisch“ und „aeschyleisch“ („e“ jeweils betont und separat vom „i“ ausgesprochen). Als „Fachchinesisch“ würde man z.B. aus Schwammwörtern zusammengesetzte Formulierungsresultate der Art „kommunikativ konstituierte Situationen“ (beispielsweise aus der Pädagogik und Didaktik) verstehen. – Hier auch eine karnevalistische Erklärung (heute muss man ja ankündigen: Achtung Scherz!): Das Wort soll ein Kompositum sein und sich herleiten aus dem von Jugendlichen so ausgesprochenen „äsch“ und „laisch“ – statt „echt“ und „leicht“. Dieser durchaus plausiblen Deutung gemäß würde das Wort bedeuten: „echt leicht“. Das „y“ zwischen den beiden Bestandteilen erklärt man gewöhnlich damit, dass es eine verkürzte Form aus „Yps“ ist. Für diese Erklärung spricht, dass „leisch“ (also der zweite Bestandteil) aus „aischyleisch“ genauso wie z.B. in österreichisch „leischen“ ausgesprochen wird. Allerdings widersprechen dieser gängigen Herleitung ganz aktuelle Forschungsergebnisse: Kaum bekannt sein dürfte, dass der Ausdruck offenbar auf die Wildecker Herzbuben zurückgeht! Diese sind seinerzeit in der Gemeinde „Aeschi“, gelegen am Thurnersee im Berger Oberland, aufgetreten und hatten für einen Songtitel ursprünglich formuliert: „Aeschilein, du musst net traurig sein“(geschrieben auch „Äschilein“). Später ist dann für die veröffentlichte Fassung der Ausdruck „Herzilein“ gewählt worden. Wie es zu der Form „aischyleisch“ gekommen ist, will ich hier nicht ausführen.
    Mit einem Gruß des W.W. vom Karnevalsverein „FCKK Stadtallendorf“.


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