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Deutsch: Kein Verfall in Sicht

05. März 2013

 

 

Ein  „Bericht zur Lage der deutschen Sprache“ widerlegt nach Medienberichten all jene Skeptiker, die den Verfall des Deutschen fürchten - oder schon als gekommen sehen. Die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften und die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung haben in Berlin die Ergebnisse ihrer entsprechenden Studie vorgestellt. Auf einen Nenner gebracht:

Der Wortschatz immer größer und vielfältiger. Die Grammatik hingegen wird einfacher.

Die Sprecher (und Schreiber ) des Deutschen verwendeten  heute rund 1,6 Millionen Wörter mehr als vor 100 Jahren. “Sie gehen kreativ mit Grammatik um und schaffen immer größere Ausdrucksmöglichkeiten. Fremdsprachliche Neuzugänge integrieren sie wohlwollend in die Kerngrammatik.”

Die Studienergebnisse basieren auf der Auswertung großer Textmengen aus den letzten 100 Jahren. Die Forscher verglichen Zeitungsartikel, Belletristik und wissenschaftliche Literatur von Anfang, Mitte und Ende des 20. Jahrhunderts. Dafür nahmen sie Stichproben von je zehn Millionen Wörtern und rechneten das Ergebnis hoch.

Seit der Rechtschreibreform in den 1990er Jahren sei das Interesse an Sprachregeln gestiegen. 

Laut Wolfgang Klein, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen, ist der deutsche Wortschatz seit 1914 um ein Drittel gewachsen ist. “Heute verwenden wir rund fünf Millionen Wörter. „Ich weiß nicht, wie man da von Verarmung sprechen kann.“ 

Während der Wortschatz größer wird, schwindet die grammatikalische Komplexität. Dativ und Genitiv seien immer schwerer zu unterscheiden, der Genitiv falle in der gesprochenen Sprache ohnehin häufig weg oder werde durch „von“ ersetzt. Grundsätzlich vollzieht das Deutsche damit eine Entwicklung, die bei allen  Kultursprachen zu beobachten sei: Die Sprache wird grammatikalisch einfacher, während sie Wörter hinzugewinnt.

 

DEUTSCH: KEIN VERFALL IN SICHT


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • Maxim |  07.03.2013

    Ich denke gerade bei der Jugendsprache wo ja auch ständig neue und irgendwie auch witzige Wörter hervorkommen ist das auch ganz gut zu beaobachten. Es wird wie bei Kultursprachen auch einfacher von der Grammatik her aber mit kreativen neuen Ausdrücken und Wörtern. Was spricht denn gegen Kreativität ich finde man sollte was das angeht die Sache auch mal positiv sehen…


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