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IDS JAHRESTAGUNG 2013

12. März 2013

DIES IST UNSER 1.000 BLOGBEITRAG

Am INSTITUT FÜR DEUTSCHE SPRACHE IN MANNHEIM beginnt heute dessen 49. Jahrestagung. Unter dem Motto

Sprachverfall?
Dynamik – Wandel – Variation

beschäftigen sich die Sprachexperten mit mit einem sehr interessanten Thema:

“Diskurse, die in der nichtlinguistischen Welt über Sprache geführt werden, sind typischerweise Sprachverfallsdiskurse – gleich, ob es um Anglizismen, Schülerleistungen oder Orthographie geht.” Das heißt nichts anderes als: Spricht man außerhalb der Sprachwissenschaft über Sprache, ist der Anlass häufig ein subjektiv als negativ wahrgenommener: Man glaubt, es gehe “mit dem Deutschen bergab”.  ”Linguistische Laien neigen dazu, Sprache als etwas Homogenes, Monolithisches, das stabilen Normen unterliegt, zu sehen; Variation und Sprachwandel werden, so sie denn zur Kenntnis genommen werden, tendenziell sozial interpretiert, und sie werden vielfach als Bedrohung wahrgenommen. In einer im Jahr 2008 im Auftrag des Instituts für Deutsche Sprache und der Universität Mannheim durchgeführten Repräsentativumfrage gaben 29,5 Prozent der Befragten an, sie fänden die derzeitige Entwicklung der deutschen Sprache besorgniserregend oder sehr besorgniserregend; bei den über 60-Jährigen waren es 38,8 Prozent. Tatsächlich findet aber die Mehrzahl der Phänomene, die Anlass für sprachkritische Debatten der Öffentlichkeit geben, ihren systematischen Ort im Bereich von Variation oder von Sprachwandelprozessen.

Ausgehend von diesen Beobachtungen, soll die 49. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache Antworten suchen auf folgende Fragen:

An welchen Systemstellen gibt es welche Art von Wandel und Variation?
Sind die gegenwärtig ablaufenden Sprachwandelprozesse im historischen Vergleich außergewöhnlich, etwa hinsichtlich Umfang und Dynamik?
Wie sind diese Prozesse methodisch vernünftig zu erfassen und zu beschreiben? Welche Technologien sind dafür erforderlich? Wie müssen beispielsweise entsprechende Korpora beschaffen sein?
Wie sind die Laienwahrnehmungen aus linguistischer Perspektive zu beurteilen (etwa der Simplifizierungs-Topos oder der Dialektabbau-Topos)?
Welche systematische Relevanz haben die von Laien wahrgenommenen sprachlichen Veränderungen? Aber auch: Welche sprachsoziologische Relevanz haben sie?”

 

By Andreas Cyffka

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WISSENSWERTES


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