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KOMMENTAR: SPRACHGEPANSCHT

04. September 2013

sprachgepanscht

Der DUDEN wurde eben durch den Verein Deutsche Sprache (VDS) mit einem zweifelhaften Attribut versehen, liebe Leserinnen und Leser: Sprachpanscher des Jahres. Rote Karte für übergroße Anglizismenfreudigkeit. So sehen es zumindest die Erfinder dieser Ehrung. Was auch immer man davon halten mag (was halten Sie davon?), bleibt doch eines gewiss: Das, was wir in einer (fiktiven) anglizismenbefreiten deutschen Sprachwelt auf den Bildschirmen unserer Klapprechner, unserer persönlichen Schreibtischcomputer oder unserer schlauen tragbaren Telefone sehen, unterscheidet sich in Aussehen und Anfühlen schon sehr deutlich vom gewohnten Bild. Es mag durchaus sein, dass die lustvolle Schnäppchenjagd im Schlussverkauf  auch nach generellem sprachlichem Reinheitsgebot noch Spaß macht. Und auch an dem Tag, an dem die Kaufhäuser für underwear und home collection biedere deutsche Wörter benutzen, wird nach dem Einkaufsbummel der Kaffee zum Mitnehmen noch schmecken, werden Sie beim Laufen durch die Fußgängerzone noch die Kurznachricht auf dem smarten Telefon empfangen, werden sie ihre amerikanischen Freunde in die Innenstadt führen – und es wird ihnen gar nicht mehr peinlich sein, dass die City in Wirklichkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten downtown heißt. Unser Land wird aber dann vielleicht eines der begrenzten Möglichkeiten sein. Ein Land, das uns sperrig erscheinen wird. In Teilen weniger blöd, aber vielfach auch weniger elegant. Was können wir unserer Sprache also für einen Gefallen tun? Vielleicht bewusster beides unterscheiden, das Blöde und das Elegante. Das Erstere meiden, das Letztere bewusst und korrekt einsetzen: Ganz wie die Models bei der Fashion Week. Und bitte immer tolerant bleiben und nicht gleich bashen, wenn einer oder eine mal stolpert – auf dem Laufsteg und in der Sprache auch.
eine grafik




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Andreas Cyffka | 


Andreas Cyffka | Kategorie: DEUTSCH IN DER WELT, KONTROVERSES, SCHEINWERFER


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