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BERICHT ZUR LAGE DER DEUTSCHEN SPRACHE

22. November 2013

lagedesprache

 

 

Wie steht es um die deutsche Sprache? Bekanntlich fallen  Negativschlagzeilen mehr auf als Berichte über positive Entwicklungen. Dementsprechend liest man auch öfter Sprachkritisches, wird auf “Sprachpanschereien” hingewisen, soll den Daumen für Unwörter des Jahres nach unten zeigen lassen oder nach dem Willen der Kritiker bestimmte Anglizismen mindestens überfüssig, eher aber kulturschädigend finden.

Mit Spannung blickt man daher auf den ersten „Bericht zur Lage der deutschen Sprache“ – verfasst von vier Sprachwissenschaftlern, die solche Kritiken empirisch untersucht haben. Ihr  Ergebnis: Nie stand den Deutschen eine solche Vielfalt an Ausdrucksmitteln zur Verfügung.

Der Wortschatz des Deutschen sei in den letzten 100 Jahren um 1,6 Millionen Wörter gewachsen. Doch dem Wachstum an einer steht Abbau an anderer Stelle gegenüber: bei der Gramamtik.

Die Autoren, Sprachwissenschaftler der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften haben das „Standarddeutsche“ untersucht, also  geschriebene Texte. Insgesamt eine Milliarde Wörter aus Belletristik, Wissenschaft und Journalismus zwischen 1905 und 2004 wurden als Datenbasis herangezogen.

Der Reichtum der deutschen Sprache werde – so Wolfgang Klein, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen – besonders an ihrem Wortschatz deutlich.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat es hier einen Zuwachs von mehr als dreißig Prozent auf etwa 5,3 Millionen Wörter gegeben.

Vor allem die Komposita haben sich vermehrt.

Grammatik verändert sich langsamer als der Wortschatz, aber auch sie verändert sich: Sie wird einfacher, eine Entwicklung, die für große Kultursprachen typisch ist. Skeptiker sprechen dennoch von „Formenverfall“. Tatsächlich vermeiden viele Sprecher heute den Genitiv, indem sie ihn als Attribut nutzen: Den „Besuch vom Onkel“ gibt es häufiger als den „Besuch des Onkels“. Allerdings wären auch viele Genitive, die heute als „gutes Deutsch“ gelten, im 19. Jahrhundert als falsch empfunden worden.

Ein Video zum Lagebericht findet sich hier.

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Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WISSENSWERTES

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Andreas Cyffka | Kategorie: DEUTSCH IN ÖSTERREICH

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