Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

BEWERBUNGEN: RECHTSCHREIBUNG BLEIBT WICHTIG

08. November 2013

r-fehler

Immer mal wieder in den Medien:

Ein Rechtschreibfehler in einer Bewerbung ist für jeden zweiten Personaler (52 Prozent) ein K.o.-Kriterium. Sie sortieren den Jobsuchenden sofort aus. Das zeigt eine Umfrage unter Personalern des Marktforschungsinstituts Harris Interactive.

Korrekte Rechtschreibung ist übrigens auch  international ein wichtiges  Kriterium – besonders aber in Frankreich und Brasilien.

Für die Umfrage wurden im Auftrag des Jobportals Careerbuilder 400 Personaler befragt.





Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN, WICHTIGES, WISSENSWERTES

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ROBERT TONKS + ANKE JOHANNSEN: JETZT BEKOMMT DENGLISCH EINEN SONG!

22. Oktober 2013

 

 

 

Der DUDEN ein Sprachpanscher? Das Laptop ein Klapprechner? Oder vielleicht klappt das gar nicht, das mit dem Klapprechner?

Der Servicepoint ist jetzt wieder ein normaler  Schalter? Ja, how do you doosh? Was wären wir, liebe Leserinnen und Leser, ohne unser Denglisch? Vermutlich wären wir arbeitslos (wenn wir dem Verein Deutsche Sprache angehören); auf jeden Fall aber hätten wir weniger zu lachen, denn dann würde schließlich Robert Tonks nicht seine urkomischen Betrachtungen zum Englischen in der deutschen Werbesprache geschrieben haben bzw. immer noch schreiben. Dass nicht alles, what shines, auch echtes English ist, hat Robert ja schon bewiesen (in seinem gleichnamigen Buch). Und was macht er jetzt? Er tut sich zusammen mit der Künstlerin Anke Johannsen. Was dann in Sachen Denglisch rauskommt, wenn zwei Könner unter one blanket stecken, das ist a hammer: Der Song “Pool Position” – Sprachkritik mal nicht bierernst, aber hocheffizient. Fast schon undeutsch. Daher muss das in den Deutschblog. Weil auch noch ein sinnvolles Projekt dahintersteckt.

Ist ein Handy wirklich praktisch

Und ‘ne Desert wirklich Nachtisch?

Was ist ein Bug and what’s a bug?

Is there someone, der’s mir sagt?

 

Denglisch sprechen maybe cool
Aber honey sei no fool

Was in German ears gut klingt

Den Robert auf Ideen bringt

 

Chorus

Wir sind in Pool Position

Let us fleißig the Sprachen vermischen

Und den Peoples einen Song auftischen

Um ihre Sprach-Can’t-nisse aufzufrischen

 

Kann man ‘nen Body wirklich anziehn

Oder is that maybe Wahnsinn?

To go bei frischem, leckerem Kaffee

Ist ein Wort, das ich nicht raffe

 

Denglisch sprechen schön und gut

Wenn es no one else weh tut

Aber im Zweifel kann’s nicht schaden

Einen Sprach Expert zu fragen

Chorus

Wir sind in Pool Position

Let us fleißig the Sprachen vermischen

Und den Peoples einen Song auftischen

Um ihre Sprach-Can’t-nisse aufzufrischen

 

That is our mission

 

Back Factory, Ravioli Reloaded, Fish ‘n Rail

Ich verstehe nur Bahnhof

Business Bug, All You Can Beat Party

 

Chorus

Wir sind in Pool Position

Let us fleißig the Sprachen vermischen

Und den Peoples einen Song auftischen

Um ihre Sprach-Can’t-nisse aufzufrischen

 

Top Hair, Future Hair, Fair Hair

Das ist Englisch zum Haareraufen

Such a cool condition

in pool position

 

(Text: Anke Johannsen/Robert Tonks, Musik: Anke Johannsen Band)

 


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Deutsch als Fremdsprache

28. Januar 2013

 

 

 

Ein Bericht der WELT kommt zu einem pessimistishen Schluss: In der Wissenschaft befindet sich die deutsche Sprache gleichsam im freien Fall.

Doch längst sind es nicht mehr nur naturwissenschaftliche Fächer , in denen Deutsch verschwunden oder im Verschwinden begriffen ist; auch die Geisteswissenschaften verzeichnen einen Bedeutungsverlust des Deutschen.

“Mitarbeiter des Hochschulinformationssystem (HIS) haben 2010 dazu Wissenschaftler aus der ganzen Welt befragt. Dabei wiesen ausnahmslos alle Interviewpartner darauf hin, dass Deutsch auch in geisteswissenschaftlichen Disziplinen verliert. Es müssen schon deutschsprachige Wissenschaftler Bahnbrechendes geleistet haben wie etwa in der Kunstgeschichte.

Oder der Forschungsgegenstand muss gute Deutschkenntnisse erzwingen wie in der Musikwissenschaft, damit sich die Sprache einigermaßen behauptet; dann gibt es im Ausland noch eine erkleckliche Zahl an Sprechern oder Lesern.”

Auf dem Vormarsch sei das Englische unaufhaltsam auch in der Philosophie, die vielen traditionell als “sprachlich uneinnehmbar” galt.

Die Dominanz des Englischen resultiere aber nicht nur aus seinem Rang als erster Fremdsprache der Welt. Ein wichtiger weiterer Aspekt sei die Bedeutung der angelsächsischen Forschung. Nicht umsonst hatte das Deutsche im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine kurze Karriere als wichtigste Wissenschaftssprache, als auch ein großer Teil der maßgeblichen naturwissenschaftlichen Forschung aus Deutschland kam.

Häufiges Zitiertwerden sei in der Wissenschaft eine der wichtigsten Währungen geworden.  Lehrstühle werden oft jenen überantwortet, die die meisten Publikationen und Referenzen nachweisen können. Die wichtigsten Zitationsverzeichnisse listen jedoch vornehmlich englischsprachige Bücher und Zeitschriften. So fallen Texte in anderen Sprachen nicht mehr ins Gewicht – sie zählen im wahrsten Wortsinn nicht mehr. ” Ludwig Eichinger,  Direktor der Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim: “Es gibt einen objektiven Sog, auf Englisch zu publizieren”.

Vor 15 Jahren wurden die ersten rein englischsprachigen Studiengänge in Deutschland eingerichtet. Heute, so rechnet die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vor, gibt es bereits mehr als 800. In Anbetracht von mehr als 15.000 Studiengängen von Abfallwirtschaft bis Zoologie mag das wenig erscheinen, aber die Tendenz ist eindeutig.

Ein Argument für ein Festhalten an der Muttersprache sei – der Lerneffekt. In einer Studie unter englisch sprechenden schwedischen Physikstudenten, die im “European Journal of Physics” erschien, wurde nachgewiesen, dass die Studenten in der Fremdsprache spürbar weniger gelernt hatten.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie unter Medizinern. 25 Prozent der Informationen eines Textes gingen demnach verloren, wenn die Fachliteratur auf Englisch gelesen wurde.

DEUTSCH: SCHAFFT AUCH WISSEN





Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, DEUTSCH IN DER WELT, GELESEN, WICHTIGES, WISSENSWERTES

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Operieren nach Gefühl

23. Januar 2013

 

Allzu häufig findet sich das Thema Rechtschreibung bzw. Schreiben derzeit nicht in den Medien. Wenn es dann doch mal passiert, schauen wir natürlich genauer hin – diesmal auf das Nachrichtenportal T-online.  Es geht um die Lernmethode “Lesen durch Schreiben (LdS). Das erinnert irgendwie an LSD – rein abkürzungstechnisch natürlich. Nur rein abkürzungstechnisch? Bei Schreibproduktionen wie “Varrat varn machd schbas!” für “Fahrrad fahren macht  Spaß” ist man geneigt das zu verneinen. Nein, nicht bewusstseinsverändernde Mittel lassen einen solche Sätze angeblich in den Heften deutscher Grundschüler lesen, sondern die  reformpädagogische Methode “Lesen durch Schreiben”, bei der Kinder Wörter so zu Papier bringen, wie sie sie akustisch wahrnehmen. Korrekturen durch Lehrer oder Eltern sind unerwünscht. Viele Mütter und Väter bringt das auf die Barrikaden, denn sie befürchten nachhaltige Rechtschreibschwächen bei ihrem Nachwuchs. Und die Kritik häuft sich – nicht nur in der Elternschaft.

Wer hat’s erfunden?  Entwickelt wurde das Konzept in den 70er Jahren vom 2009 verstorbenen Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen. Eine Variante dessen ist die in Deutschland weit verbreitete sogenannte “Rechtschreibwerkstatt” vom Schulpsychologen Norbert Sommer-Stumpenholz. Danach sollen Kinder nicht mehr einzelne Buchstaben lernen, sondern zunächst nach Gehör schreiben – also gesprochene Sprache wiedergeben.

Jedem Kind steht die sog genannte Anlauttabelle zur Verfügung. Sie unterstützt beim Auffinden der Laute und zeigt dazu passende Bilder, wie etwa A für Affe, Eu für Eule oder Ei für Eis. Das Wort “Haus” entsteht dann beispielsweise, indem die Schüler das H von Hase, das Au von Auto und das S von Sonne abmalen und zu einer Klangkette zusammenfügen. Auf diese Weise erschließen sie sich selbstständig die Beziehung zwischen Laut und Bild und sollten dadurch schnell in der Lage sein, sich schriftlich mitzuteilen.

 

Seit 1995 wird LdS beziehungsweise die “Rechtschreibwerkstatt” auch an deutschen Schulen unterrichtet. Seither hat sich die Methode rasant verbreitet und wird inzwischen in allen Bundesländern angewandt. Allerdigs nicht in allen Schulen, denn die Umsetzung liegt im Ermessen jeder Schule.

Während Verfechter der Methode von schnellen Erfolgen schwärmen, zeigen sich in den folgenden Jahrgangsstufen aber dramatische Auswirkungen, wenn die Rechtschreibung plötzlich benotet werde, kritisierte nun der Schülerrat in München. Vor allem Migrantenkinder seien die Verlierer dieser Praxis. “Was Hänschen nicht lernt, das lernt der Hans nimmermehr”, sagt Jasmin Biber, eine Vertreterin des Schülergremiums. Das sei an den weiterführenden Schulen deutlich zu spüren.

Schreiben nach Gehör sei wie Operieren nach Gefühl, fügte Landesschülersprecher Timo Greger hinzu. “Momentan geht man offenbar davon aus, dass die Kinder die deutsche Sprache mit Schuleintritt perfekt beherrschen, denn nur dann wäre es überhaupt möglich, das Gesprochene lauttreu zu Papier zu bringen.”

Den größten Nachteil beim phonetischen Schreiben haben dem Schülerrat zufolge die Kinder von Zuwanderern. Sie müssten Deutsch als Fremdsprache lernen und hätten häufig nicht genügend Sprachgefühl, um das Diktierte lautgetreu wiederzugeben. Die Kinder müssten die Regeln der deutschen Rechtschreibung von Anfang an lernen, forderte der Schülerrat. Die Rückkehr zur alten Lehrmethode sei notwendig, um die Qualität der Grundschulen zu erhalten.
Ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums: “Wir verstehen, dass es Vorbehalte gegen die Lehrmethode gibt.” Unter den Lehrern und auch  unter Fachleuten gebe es unterschiedliche Auffassungen. Derzeit sei man in einem Diskussionsprozess. Für Herbst sei eine Anhörung mit Experten und Verbänden geplant. Im Frühjahr 2014 werde dann entschieden, wie die Rechtschreibung künftig an den bayerischen Grundschulen gelehrt wird.

Doch die kritischen Stimmen sind zahlreich und gehen über die bayerischen Landesgrenzen hinaus. Bereits 2005 belegte die sogenannte Marburger Studie, die die Effekte verschiedener Unterrichtsmethoden auf den Schriftspracherwerb bei Grundschülern untersuchte, negative Auswirkungen der Methode. 

Einer der schärfsten Kritiker der Methode ist der ehemalige Lehrer Günter Jansen aus der Eifel. Als seine älteste Enkelin vor sieben Jahren in der Grundschule nach diesem Konzept unterrichtet wurde, war er entsetzt; seitdem sammelt  Jansen Informationen zu LdS, die er in sogenannten “Elternbriefen” auf der Webseite “grundschulservice.de” veröffentlicht. 

Auch sei der Ansatz, geschriebene Sprache als Abbild von gesprochener Sprache zu definieren, falsch, meint die Erziehungswissenschaftlerin Christa Röber. In zahlreichen Interviews und Statements äußert sich die Wissenschaftlerin kritisch zu LdS.  ”Die Kinder im Regen stehen zu lassen und ihnen den Eindruck zu geben, so wie du das machst, ist das schon okay, ist sicherlich das Falscheste, was man machen kann. Es ist unterlassene Hilfeleistung!” 





Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN, WICHTIGES, WISSENSWERTES

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