Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Die Sprache(n) der Liebe

19. Juni 2015

Heute geht es im Deutschblog mal um Linguistik in ihrer schönsten Form – die Sprache der Liebe. Darüber wissen die Experten von PARSHIP einiges zu erzählen!

Die Liebe ist sicherlich eine der universellsten und vielseitigsten Sprachen der Welt. Von Mimik und Gestik bis zum gesprochenen Wort: Wer liebt, kommuniziert mit dem ganzen Körper, über Sprach- und Landesgrenzen hinweg. Wir von PARSHIP zeigen Ihnen, warum (fehlerfreies) Deutsch und andere Fremdsprachen das eigene Liebesglück beflügeln können.

Wer verliebt ist, kann seine Gefühle auf die unterschiedlichste Weise zum Ausdruck bringen. Mit Kuss, Wort oder Tat: Hauptsache, Mann bzw. Frau gibt überhaupt etwas von sich! Denn wer auf der Suche nach einem neuen Partner oder auch in einer Partnerschaft stumm wie ein Fisch bleibt, hat nur geringe Chancen auf langfristiges Liebesglück.

Dabei kommt dem gesprochenen und geschriebenen Wort, ob auf Deutsch oder einer Fremdsprache, insbesondere beim Kennenlernen eine ganz besondere Bedeutung zu. Unsere Umfrage  unter mehr als 2.000 Singles zeigt, dass Singles mit Sprachtalent und Eloquenz auf dem Dating-Markt durchaus einen Vorteil haben. Knapp jeder fünfte Single bekommt weiche Knie, wenn sein Gegenüber „Ich liebe Dich“ in ein oder mehreren Sprachen hauchen kann. Besonders romanische Sprachen liegen in Sachen Romantik ganz weit vorne, allen voran Französisch. Bei einem leise gesäuselten „Mon Amour“ werden 25 Prozent der Befragten schwach. Leidenschaftliches Italienisch folgt mit 21 Prozent auf dem zweiten Platz der Attraktivitäts-Skala der Fremdsprachen.

Unabhängig davon, ob man auf Deutsch, Chinesisch oder Spanisch das Herz der neuen (oder alten) Liebe zum Schmelzen bringen möchte: Bitte auf korrekte Rechtschreibung achten. Denn für viele Singles verfliegt der Zauber, wenn die romantische Liebesnachricht vor Komma- und Tippfehlern wimmelt. Das gilt übrigens nicht nur für den klassischen Liebesbrief, sondern immer – auch bei E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten. Jeder fünfte Single würde Reißaus nehmen und der Liebe keine Chance geben, wenn es beim Gegenüber an Rechtschreibekenntnissen mangelt. Getreu dem Motto: Wer sich schon dabei keine Mühe gibt, der tut es wahrscheinlich auch bei anderen Dingen nicht. Da kann der oder die Liebste noch so ein guter Küsser sein oder einem die Sterne vom Himmel holen. Falsche Grammatik und Orthografie sind und bleiben für viele ein echter Liebeskiller. Immerhin drei Viertel der Befragten (74 Prozent) würden auch mal beide Augen zudrücken, wenn sich im Eifer des Gefechts ein Buchstabendreher eingeschlichen hat. Grundsätzlich legen sie aber ebenfalls großen Wert auf fehlerfreie Nachrichten.

Man kann also festhalten: Auch wenn die Liebe viele Sprachen spricht, schadet es nicht, wenn man ein bisschen nachhilft. Der ein oder andere Blick ins Wörterbuch oder ein Sommersprachkurs in Italien können auf keinen Fall schaden, um das persönliche Liebesglück zu beflügeln.

 


Andreas Cyffka | Kategorie: GÄSTE IM DEUTSCHBLOG, WISSENSWERTES

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LET’S “-ING”!

16. Juni 2015

unboxing.jpg

Schon Ende 2006 war auf der Internetplattform Heise ein Artikel über Unboxing zu lesen. Schon 2006  – da staune ich. Ich selbst bin auf das Wort erst im Sommer 2010 gestoßen, im Zusammenhang mit der Remaster-Edition von Exile on Main Street der Rolling Stones. Diese wird auch in einer Luxusvariante, die neben der CD auch eine Langspielplatte und diverse andere Materialien enthält, angeboten. Viel auszupacken also – und so stieß ich erstmalig selbst auf ein Unboxing-Video.

Es fasziniert mich immer wieder, dieses “-ing”.  Das  kleine D-ing  aus dem Englischen entwickelt in seiner deutschen Zweitheimat richtig Power. Einer tut etwas, mehrere tun etwas – und das magische “-ing” macht daraus ein “Tuing”: Ein Phänomen ist geboren, genauer: Ein Wort ist geboren und man ist geneigt, dann auch das so Bezeichnete als irgendwie definierter und eigenständiger, als gegenüber anderen Dingen eigenständiger und profilierter zu sehen – als Phänomen also. Und so eine ziemlich eigenständige Sache ist z.B. das im berauschten Zustand vollzogene Springen vom Balkon mallorquinischer Hotelburgen -das heißt dann “Balconing“.

Unboxing ist vernünftiger als Balconing: In filmischen Bildsequenzen wird dabei gezeigt, wie eine Person  ihr frisch erworbenes und  oft via Amazon speditiertes Produkt (in der Regel ein Gadget) auspackt.  Rund 100 Unboxing-Videos fand man schon Ende 2006 bei YouTube, die von Tausenden auch angeschaut werden.

Als “Geek porn” hat  das Online-Magazin The Register die Unboxing-Filme bezeichnet.  Wie müsste man das übersetzen? Pornographie für Außenseiter (Geeks)?

Bei Heise war zu lesen: “Netzseiten wie Unboxing.com, die sich nur mit der Zurschaustellung von Auspackvorgängen beschäftigen. Und die, wie der Betreiber der genannten Seite schreibt, den Leuten helfen soll, ihre neusten “Toys” zu zeigen. Eine neue komische Spielart des Exhibitionismus also, der zwar völlig sinnfrei ist, aber ja auch keinen wehtut. Wesentlich erstaunlicher ist jedoch die hohe Zahl der Elektronik-Voyeure, die Gefallen an den Unboxing-Videos finden.”

Aber da muss doch in einigen Punkten widersprochen werden: Das gezeigte Tun ist doch nicht sinnfrei. Fast jeder bekommt doch gern etwas geliefert, gestehen wir es uns ein. Warum würde sonst der Versandhandel so blühen? Und wenn man gerade selbst nicht auf eine Bestellung wartet (“Wo ist meine Bestellung?”), kann man die Zeit bis zur nächsten Bestellung überbrücken und sich am Unboxing eines Gleichgesinnten delektieren. Dieser Exhibitionismus macht also durchaus Sinn. Und dass es keinem wehtut, das Unboxing, stimmt auch nur, wenn die unboxende Person geschickt und umsichtig vorgeht – wer hätte sich bei der Gelegenheit (in der Aufregung!) nicht schon selbst mit  Schere oder Schweizer Messer verletzt?

Eine implizite Voraussetzung allerdings muss für Unboxing gegeben sein: Die  auszupackende Sache muss ein gehöriges Maß an Sexiness haben, denn merke: Unboxing ist nicht die englische Übersetzung von “abschachteln”. Letzteres geschieht in Discountmärkten und ist relativ unsexy.

Gar nicht wie ein Geek, sondern wie ein Insider verhalten Sie sich, wenn Sie die PONS -Seiten anklicken. Die brauchen Sie auch nicht auszupacken.


Andreas Cyffka | Kategorie: WISSENSWERTES

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FRONLEICHNAM

02. Juni 2015

 

Das Fest Fronleichnam wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen.

Das zu den Hochfesten im Kirchenjahr der katholischen Kirche zählende Feste feiert die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Das Wort leitet sich ab vom mittelhochdeutschen vrône lîcham – „des Herren Leib“ – ab (vrôn „was den Herrn betrifft“). In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Für das Fronleichnamsfest gibt es auch die regionalen Bezeichnungen  Prangertag oder Blutstag. In das Englische und in andere Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes Corpus Christi eingegangen.

Das Wort Fronleichnam ist ein Maskulinum: der Fronleichnam. Meist steht es aber ohne Artikel. Vielleicht nicht ganz so produktiv wie Pfingsten, finden sich doch eine Reihe von Zusammensetzungen:

Fronleichnamsprozession, Fronleichnamsspiel, Fronleichnamstag, Fronleichnamshymnus

Nicht mit “Fronleichnam” zusammengesetzt, aber sprachlich und sachlich von Interesse:

Gottestracht: landschaftlich für “Fronleichnamsprozesion”

Pange lingua:

Pange lingua (lateinisch für „Besinge, Zunge!“) sind die Anfangsworte und zugleich der Titel des berühmtesten eucharistischen Hymnus, der dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225–1274) zugeschrieben wird.

Antlassritt: Der Antlassritt ist die einzige Prozession zu Pferd am Fronleichnamstag. An der Prozession  beteiligen sich neben den Seelsorgern der Gemeinden Brixen im Thale, Kirchberg in Tirol und Westendorf ausschließlich Männer aus den genannten Dörfern.

Haben Sie einen schönen Feiertag!

Andreas Cyffka

 

 

THE GERMAN LANGUAGE BLOG

 



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Andreas Cyffka | Kategorie: WISSENSWERTES

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EISHEILIGE

12. Mai 2015

 

Nicht auf alle Heiligen kann man sich im gleichen Maße verlassen. Auf Schutzheilige schon, auf Scheinheilige eher nicht;  als sehr verlässlich kann man die Eisheiligen ansehen, denn sie – genauer: das so bezeichnete Wetterphänomen – stellen sich Jahr für Jahr mit eiskalter Präzision ein.

Kaltltlufteinbrüche in Mitteleuropa sorgen Mitte Mai  noch für Nachtfröste und können in der Landwirtschaft sogar zu  Ernteausfällen durch Minustemperaturen führen. Naturgemäß wird es besonders kritisch, wenn es zuvor bereits sehr mild war.

Im Deutschen werden  die “Eisheiligen” Pankratius, Servatius und Bonifatius je nach Region auch als “die drei Gestrengen”, “Eismänner” oder “gestrenge Herren” bezeichnet. Mamertus 11. Mai, Pankratius 12. Mai, Servatius 13. Mai, Bonifatius 14. Mai und die Kalte Sophie am 15. Mai sind die fraglichen Tage, die von  Hobbygärtnern und Landwirten gleichermaßen im Kalender rot angestrichen werden.

Doch nicht nur in  Österreich, Deutschland und der Schweiz,  sondern auch in anderen Ländern in Europa sind die Tage unter folgenden Namen bekannt:

-Saints de glace: Frankreich

-Ledeni Sveci: Kroatien

- fagyosszentek: Ungarn

- santi di ghiaccio: Italien

- Zimni ogrodnicy: Polen

- Järnnatt: Schweden

- Jernnettene: Norwegen

- sfinţii de gheaţă: Rumänien

DEUTSCHWETTER

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: WISSENSWERTES

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