Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Die Macht ist mit uns

26. August 2009

Journalisten sind mächtige Menschen. Einerseits, weil sie tatsächlich als vierte Gewalt fungieren und die politischen sowie wirtschaftlichen Geschicke des Landes beeinflussen. Andererseits aber auch, weil sie die Sprache nachhaltig prägen und verändern. Ersteres ist bisweilen bedenklich. Doch auch Letzteres bereitet mir manchmal Kopfzerbrechen. Denn wenn die Macht mit uns ist, wenn wir Sprache schaffen, revolutionieren und gestalten können, ist die Verantwortung immens. Schließlich glaubt die Menschheit gemeinhin, was irgendwo schwarz auf weiß geschrieben steht.
Doch was, wenn ich kleiner Schreiberling bei der Kommasetzung oder der Groß- und Kleinschreibung irre? Was, wenn ich absichtlich Geldbeutel schreibe, weil ich nicht weiß, wie Portemonnaie richtig geschrieben wird? Dann vergewaltige ich unsere Sprache. Dann trage ich meinen Teil dazu bei, dass sie einen Teil ihrer wunderbaren Komplexität und Internationalität verliert. Also bemühe ich mich tagtäglich, gutes, facettenreiches Deutsch zu schreiben – und hoffe, dass die Macht mit mir ist.


Jork Herrmann | Kategorie: KONTROVERSES


Kommentare

  • David Rekowski |  26.08.2009

    Nun ja: das deutsche Wort Geldbeutel zu verwenden, anstelle des Lehnwortes Portemonnaie, würde ich nun beim schlechtesten Willen nicht als Vergewaltigung unserer Sprache bezeichnen.

  • Rolf Keller |  13.09.2009

    ” … das deutsche Wort Geldbeutel zu verwenden, anstelle des Lehnwortes Portemonnaie, würde ich nun beim schlechtesten Willen nicht als Vergewaltigung unserer Sprache bezeichnen”

    Hat das jemand etwas anderes behauptet?

    Beide Wörter sind nicht in jedem Kontext gleichwertig. Folglich ist es ein Fehler, das jeweils “falsche” ***nur deshalb*** zu verwenden, weil man das “richtige” nicht korrekt buchstabieren kann. DAS war die Aussage von Jork Herrmann.

  • David Rekowski |  21.09.2009

    “wenn ich absichtlich Geldbeutel schreibe, weil ich nicht weiß, wie Portemonnaie richtig geschrieben wird? Dann vergewaltige ich unsere Sprache.”
    Insofern hat Jork Herrmann etwas anderes behauptet. Auch ist vom Kontext gar nicht die Rede.
    Und auf ein Beispiel, wann anstelle von Portemonnaie auf keinen Fall Gelbeutel passend wäre, bin ich noch gespannt.


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