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Weil richtig schreiben wichtig ist

PONS Diktat-Übungshefte in der Kritik

07. Oktober 2009

In den vergangenen Wochen bekamen wir von der Webgemeinde viel Applaus für die Art und Weise, wie wir unsere „Deutsche Rechtschreibung“ ins Gespräch gebracht haben. Heute mussten wir erfahren, wie es sich anfühlt, wenn aus denselben Reihen Buhrufe ertönen: Nicht so gut.
Die Kritik entzündete sich an unseren Lernhilfen „Diktate für Mädchen“ bzw. „Diktate für Jungs“. Angestoßen wurde die Diskussion von Nicole Janz‘ taz-Artikel „Rechnen mit Prinzessin Rosarot“, der gestern erschien. Wir stellen uns dieser Kritik. Schließlich ist PONS als Marke lebendig, nutzernah und diskussionsoffen. Und das gilt nicht nur dann, wenn die Sonne scheint, sondern auch, wenn Gewitterwolken aufziehen. Daher möchten wir die aktuelle Diskussion, die die taz ins Rollen gebracht hat und die nun bei twitter und in vielen Blogs fortgeführt wird, zum Anlass nehmen, unsere Kritiker zu einem Gespräch über Gender-Problematik in der deutschen Sprache zu PONS nach Stuttgart einzuladen.
Wenn Sie Interesse haben, an der Gesprächsrunde teilzunehmen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.

Ihre Anne Pelzer


Anne Pelzer | Kategorie: ALLGEMEINES


Kommentare

  • Oliver Twardowski |  08.10.2009

    Guten Tag Frau Pelzer,

    ohne auf die Diskussion über die Gender-Problematik eingehen zu wollen möchte ich Ihnen an dieser Stelle gern ein Kompliment für die Handhabung dieser Situation machen. Viele – wenn nicht die meisten – Unternehmen schalten leider immer noch auf Stumm, wenn Kritik kommt. Vor Allem, wenn diese “nur” aus Blogs, oder gar von “diesem Twitter-Ding” an sie getragen wird. Ihre offene und diskussionsbereite Haltung finde ich sehr lobenswert.

    Ich bin sehr gespannt auf die Gesprächsrunde und werde die Thematik sicherlich weiter verfolgen.

    Viele Grüße aus Köln,
    Oliver Twardowski

  • Matt |  08.10.2009

    Äh… wenn Ihr es abkönnt macht Ihr das online.
    Das hat dann mehr detaillierte Substanz … und lässt sich nicht gut fotografieren.

    Wenn Ihr stattdessen relativ durchschaubar einen PR-Termin veranstalten wollt, bei dem Ihr die Anwesenden mit Aufmerksamkeit und Lachsschnittchen pampert …
    um nachher über den konstruktiven Dialog zu berichten …

    … dann macht das doch einfach.

  • Elke Fleing |  08.10.2009

    Guten Morgen,

    ich hatte, ehrlich gesagt, nichts anderes von euch erwartet, als dass ihr genau das tut, was ihr jetzt tut: Offen mit der Kritik umgehen. Alles andere hätte mich gerade von euch sehr gewundert. Trotzdem: Auch von mir dazu ein: Klasse, dass ihr so offen seid.

    In Media Res: Ich wäre froh über eine Erklärung darüber, was PONS bewogen hat, diese Reihe herauszubringen.

    Nach meinem Gefühl ist diese Geschlechtertrennung ein Rückfall in vorige Jahrhunderte. Da sind wir eigentlich schon viel weiter.

    Freue mich auf den Austausch zum Thema auch jenseits von Stuttgart…

    Viele Grüße
    Elke Fleing

  • Joerg |  08.10.2009

    Guter Ansatz, aber warum das ganze vertagen?! Warum nicht hier im Blog auf den Artikel und die Blogs eingehen?! Ich wäre auf eine Antowrt gespannt, finde auch, dass Pons da eher einen Rückschritt macht.

    Was wird das denn für ein Event? Mit Livestreaming und dokumentiert?!

  • Hendric |  08.10.2009

    Wie wollt ihr denn bis zur Veranstaltung mit der Thematik umgehen?

  • Adrian Lang |  08.10.2009

    „Gespräch über Gender-Problematik in der deutschen Sprache“? Es geht hier um eine Gender-Problematik in eurem Kopf. Die Sprache ist da ausnahmsweise mal ganz unschuldig.

  • Daniel W. |  08.10.2009

    Erstmal begrüße ich Ihre Art, auf Kritik zu reagieren.
    Zu dem TAZ-Bericht muss ich aber sagen, dass er unerreichbar lächerlich ist.
    Es geht ums Lernen. Damit man das den Kindern (etwas) schmackhafter machen kann, wird in Jungs/Mädchen unterschieden. Jungs spielen Fußball, Mädchen mögen Pferde. Ich mochte als Junge kein Fußball – trotzdem wurde ich mit Malbüchern, Bastell-Motiven und Fernsehsendungen “bombardiert” mit dem Jungs/Fußball-Klischee. Es war nie anders, niemand hat sich beschwert. Und aus mir ist sogar was geworden (darf ich mal behaupten).
    Außerdem tun die TAZ-Kommentatoren gerade so, als sei jeder gezwungen, sich ein solches Lernbuch anzuschaffen – lächerlich.
    WENN man sich für Dinge rechtfertigen muss, dann nicht für solche Dinge. Sie tun es trotzdem. Brav.

  • Textzicke. Das Blog. &raq&hellip |  09.10.2009

    [...] bin ich beileibe nicht die einzige Bloggerin, die darüber berichtete. Ich finde es löblich, dass der PONS-Verlag sich nun der harschen Kritik stellt und ermuntere meine Leser ausdrücklich, sich an der Diskussion auch direkt dort zu beteiligen. [...]

  • e. heinze |  09.10.2009

    Was ich über diese Bücher gelesen und bei Amazon gelesen habe, schockiert mich sehr.
    Auch ich begrüßte es sehr, wenn Pons sich hier an Ort und Stelle erklärte. Eine Fahrt nach Stuttgart ist mir unmöglich und m.E. auch nicht nötig.

    Also: Wie viele andere bin ich gespannt auf Ihre Meinung!

  • be|es|ha |  09.10.2009

    Der WDR hat das Thema heute aufgegriffen und die Soziologin Mechthild Bereswill von der Uni Kassel zu geschlechtsspezifischen Unterrichtsmaterialien befragt. Hier kann man das Interview nachhören (~ 7 Min.) und auch kommentieren: http://tinyurl.com/yz6se3a

  • Lilian Kura |  09.10.2009

    Liebe Frau Pelzer,
    liebe PONS-Redaktion,

    Ihre Diskussionebereitschaft in allen Ehren, aber: Warum sollen die Diskutierfreudigen unter großem Aufwand zu Ihnen nach Stuttgart kommen? 95% der “Zweifler” fallen damit direkt aus. Das Internet ist doch heute, im Jahr 2009, die perfekte und zudem zeitnahe Plattform, um das Thema von allen Seiten zu betrachten! Ich denke, was man sich beim Besuch dieser Seite hier erwartet, ist ein Kommentar der Redaktion. Es interessiert uns alle WIRKLICH, was Sie zu diesem Schritt bewogen hat – und vielleicht haben wir, die wir die Idee geschlechtergetrennter Lernmaterialien missbilligen, ja nur noch nicht weit genug gedacht? Alles ist möglich, aber nichts klar. Und das wird leider so lange der Fall sein, bis Sie sich der Diskussion genau HIER stellen.

    Herzliche Grüße!
    Lilian Kura

  • Anne Pelzer |  09.10.2009

    Vielen Dank für die vielen Reaktionen hier im Blog. Wir werden dafür sorgen, dass die geplante Gesprächsrunde auch Online mit verfolgt werden kann und dass es möglich ist per Chat einzugreifen und Fragen zu stellen beziehungsweise Diskussionsbeiträge zu liefern. Vielen Dank für die Anregung! Was den Termin anbelangt, versuchen wir das so schnell wie möglich hinzubekommen, entweder in der nächsten, spätestens jedoch in der übernächsten Woche. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

  • L. Falkenhagen |  12.10.2009

    Sehr geehrte Frau Pelzer,

    auch ich habe die PONS-Reihe mit echtem Schrecken begutachtet. Mädchen wie Jungs werden in dieser Gesellschaft von ihrem Umfeld ausreichend in die ‘richtige’ Richtung geformt und jede Abweichung von der ‘Norm’ als eben ‘abnorm’ kommuniziert, als dass man das in der von Ihnen präsentierten krassen Form auch noch schwarz-weiß in die Klassenzimmer hineintragen muss. Ich halte diese Lernbücher für einen großen Fehler.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Lena Falkenhagen

  • KiGaNa |  12.10.2009

    Liebe Frau Pelzer,
    zu meiner Schulzeit existierten mehrere Kinder-Typen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute so anders sein sollte. Klar gab es schon damals die rosa-Plüschkragen-Trägerinnen mit den niedlichen Bildchen auf der Federtasche und den Erdbeer-Aroma-Radiergummis – aber eben auch die, die solche Sachen albern und kitschig fanden und sich damit nicht wohl fühlten. Ich kann mich nur zu gut gut daran erinnern, wie empört ich damals in der dritten Klasse war, als alle Mädchen in Handarbeiten unterrichtet wurden, und alle Jungs in Werken. Das war um 1972 herum. Über ein rosa-Zuckerguss-Oilily-Lilifee-Lehrbuch wäre ich gewiss ziemlich wütend geworden. Hoffentlich kommen solche Bücher niemals in einer Schule zum Einsatz.

  • Spidermen und Lilifeen | &hellip |  14.10.2009

    [...] PONS stellt sich im Netz und wohl auch bei einer offline-Veranstaltung, der Kritik, was ich besonders gut finde. Gespannt bin ich aber auf die Ergebnisse, denn ich denke nicht, dass es zu dem auf den ersten Blick klaren Empörthema ein homogenes Resultat geben kann. Auf taz.de entbrannte die Bildungs- und Gender-Diskusion entlang der altbekannten Grenzen, wobei besonders interessant ist zu sehen, ob die Kommentare von Eltern oder Nicht-Eltern stammen. Antje Schrupp formuliert wunderbar, was in meinen Augen dazu zu sagen ist, der Einfachheit halber stelle ich ihren Kommentar auf textzickes Blog direkt hier ein, Hervorhebungen sind von mir, damit ich mich nicht wiederholen muss: [...]

  • Diskussion mit PONS Verla&hellip |  04.11.2009

    [...] Übungsbücher für Grundschüler” (Mädchen lernen anders, Jungs auch), welche für teils heftige Kritik in den On- wie Offlinemedien (aber auch Lob) [...]

  • Michl |  19.12.2009

    Hallo, ich finde auch gut, wie PONS offen und direkt mit Kritik umgeht.
    Allerdings sehe ich in geschlechterorientierten Übungsmaterialien kein Problem. Es sind nunmal nicht alle Menschen gleich, und dann ist es nicht verkehrt, es entsprechend anzupassen. Natürlich sollte man niemanden zwingen, so etwas zu verwenden, aber es gleich zu verteufeln ist mindestens genauso verkehrt. Wegen dem zwanghaften Gleichschalten der Geschlechter rennen heutzutage viele kurzhaarige Emanzen herum, denen die Karriere lieber als die Familie ist.


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