Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Erst “Ham-”, dann “Cheese-”, jetzt “Nürn-” – I’m loving it

15. Juli 2010

Die WM ist vorbei, doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel und nach dem Burger ist vor der Reinkarnation des Burgers im Deutschgewand. Die Sensation perfekt macht FC-Bayern-Präsident ( und für viele sicher neu: Wurst-Fabrikant) Uli Hoeneß, der mit McDonald’s kooperiert und  dessen Nürnberger Rostbratwürstchen seit dem 5. Juli als “Nürnburger” in der Schnell-Ess-Kette zum Verzehr stehen.

 Das nach Aussagen auf dem Nürnburger- Blog (jawohl den gibt es – it’s a blog’s world after all) komplexe Burger-Engineering mündete in einem aus drei Würstchen, Röstzwiebeln, Senfsauce und Ciabatta-Semmel bestehenden Konstrukt, das zunächst für drei Monate in den 1.350 deutschen McD-Filialen angeboten wird. Gewissermaßen ein Steilpass in die Welt der Schnellen Nahrung.  

Uli gibt sich derweil optimistisch:

„Die Frage ist nicht, ob ich den Burger verkaufen kann, sondern wann.”

Wir drücken schon mal unsere senfverschmierten Daumen:

 May this mood last with the food that’s fast!

 Ihren Einwand, wir füllten hier das Sommerloch mit nicht-sprachwissenschaftlichen Themen, haben wir schneller entkräftet als Sie einen Big Tasty Bacon herunterschlingen können: Der Nürnburger ist auch unter germanistischem Aspekt eine beachtliche Errungenschaft. Kombiniert er doch das Element „-burger“ (sehr begrenzt produktiv in „Hamburger“ und „Cheeseburger“ ) mit dem heimelig-lebkuchenhaft und irgendwie urdeutsch klingenden „Nürn-”. 

Ein Gedicht von Wortkombinatorik, ein Gericht von Sportrhetorik:

 Uli Hoeneß: „Ich komme gar nicht dazu, meine Burgererfindung vorzustellen. Ständig dreht sich alles nur um das Thema Fußball. Dabei bin ich doch auch Wurstfabrikant und Erfinder. Genau genommen: Burger-Erfinder! Und als solcher möchte ich endlich auch ernst genommen werden. Danke.“

 „Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.“

(Winston Churchill)

 Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FUNDSTÜCKE, SCHEINWERFER, WORTSTICHELEI


Kommentare

  • Chris Kurbjuhn |  15.07.2010

    Vielleicht ist Uli Hoeneß 1976/1977 (wie ich, der ich damals dort studierte) ja mal an einem Imbiss im Stachus-Untergeschoss vorbeigekommen, der damals versuchte, mit einer Leberkäs-Semmel zu punkten, die mit Salatblatt und Mayo als “Münchburger” angeboten wurde. Das Produkt war sprachlich wie kulinarisch grauenvoll.


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