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Weil richtig schreiben wichtig ist

Nimm 3!

30. Juli 2010

Heute befand ich mich in einer absoluten Stresssituation: im Schritttempo schlichen wir über die Passstraße in Richtung Süden, da überall die roten Kontrollleuchten blinkten: Eine Gerölllawine war abgegangen und hatte zwei der vier Fahrspuren unpassierbar gemacht.

Eigentlich hatten wir eine Kreuzschifffahrt auf der Donau geplant, doch ein wild gewordener Seeelefant hatte den Anlassschalter des Schiffsmotors zertrümmert.

Nach zehn Stunden im Auto machten wir total entnervt an einer Raststätte halt, an der es weder einen Imbissstand noch eine Chilllounge gab.

Zur Nervenberuhigung wickelte ich einen Nussschokoladenriegel aus der Kunststofffolienverpackung und legte ihn auf ein Stück Krepppapier. Doch eine fresssüchtige Balletttänzerin stürzte sich wie besessen auf die Kalorienbombe und verschlang sie mit einem Bissen. Anschließend tat es ihr leid und zur Linderung der ihr gegenüber herrschenden Hassstimmung wollte sie uns auf einen Brennnesseltee einladen; doch mit großem Schrecken musste sie feststellen, dass sie ihr Teeei zuhause vergessen hatte. Also mussten wir auf übelschmeckendes Kaffeeersatzpulver ausweichen, bevor wir uns an die Weiterfahrt machten.

Nach stundenlanger Adresssuche hatten wir das Hotel an einem abgelegenen Alleeende endlich gefunden. Dort angekommen teilte uns der Portier mit seiner unheimlich tiefen Bassstimme mit, dass das Zimmer noch nicht gereinigt, die Betttücher noch nicht ausgetauscht seien, da die Hotelangestellten momentan das Fußballländerspiel schauten.

Spätestens da verfluchte ich den Seeelefanten.

Iris Leibold


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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