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Rücktrittswelle der Ministerpräsidenten

20. Juli 2010

Am Sonntag  ist der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust zurückgetreten. Innerhalb der letzten zwölf Monate sind damit bereits sechs Landesregierungschefs aus ihren Ämtern ausgeschieden. Sie alle waren Mitglieder der CDU und doch hatte jeder einen anderen Beweggrund für seine Demission: Dieter Althaus verabschiedete sich nach einer herben Wahlschlappe, Günther Oettinger wurde EU-Kommissar in Brüssel, Roland Koch wechselte in die Wirtschaft, Christian Wulff wurde Bundespräsident, Jürgen Rüttgers wurde abgewählt und Ole von Beust war amtsmüde.

Focus.de spricht von „zunehmenden Fliehkräften“ der Politiker, spiegel.de titelt flapsig „Und tschüs, Nummer sechs.“ Eine solche Rücktrittswelle binnen so kurzer Zeit hat Deutschland noch nicht erlebt. Da war allen Wählern, Journalisten und Politikern klar: ein neuer Begriff für dieses Phänomen musste geschaffen werden.

Dank Bild.de ließ die Lösung nicht lange auf sich warten und das Wort „Rücktritteritis“ wurde von einem schlauen Kopf erfunden.

Der Begriff ist deshalb so genial, weil er universal einsetzbar und nicht nur auf Politiker anwendbar ist. Kaum war das Wort publik gemacht worden, schon kündigte DFB-Präsident Theo Zwanziger an, ebenfalls amtsmüde zu sein.

Nur Jogi Löw folgt zum Glück nicht jedem Trend: Er gab heute bekannt, dass er seinen Vertrag als Bundestrainer bis zur Europameisterschaft 2012 verlängert hat.

Iris Leibold


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES


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