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Österreichisches Wort des Jahres

15. Dezember 2011

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Das Wort  “Euro-Rettungsschirm” wurde in Österreich zum Wort des Jahres gewählt.  ”Die Wahl dieses Wortes ist durch seine Bedeutung und aufgrund der Häufigkeit des Auftretens in den Medien begründet. Zudem hat das Wort zwei positive Bedeutungen, indem es als ‘Schirm’ Schutz vor von oben kommenden negativen Auswirkungen verspricht, gleichzeitig aber auch als ‘Rettungsschirm’ eine weiche Landung der in die Krise geratenen Wirtschaft der Euro-Länder in Aussicht stellt”, lautet die Begründung.

Auf Platz zwei gelangte “Arabischer Frühling”, was aktuelle Ereignisse “historischer Größe” bezeichne, sich an den “Prager Frühling” anlehne und die Hoffnung auf eine umfassende Demokratisierung in autoritär regierten Ländern ausdrücke. 

Den Titel  Un-Wort des Jahres 2011 konnte die Schöpfung  “Töchtersöhne” für sich verbuchen. Die Jury: “Das Un-Wort des Jahres 2011 ist aus der Verkürzung der neu formulierten Zeile ‘Heimat, bist du großer Töchter, Söhne’ der österreichischen Bundeshymne entstanden und stellt eine sprachlich sehr unglückliche Formulierung dar, da damit unbeabsichtigt die von Töchtern geborenen männlichen Enkel gemeint sein können. Die mangelhaft gestaltete Hymnenzeile war Anlass dafür, dass von verschiedenen Seiten ein legitimes Anliegen der Frauen in Zweifel gezogen wurde. Es ist die mangelhafte sprachliche Form und die damit verbundenen Reaktionen, die den Ausdruck zu einem Unwort machen.”

Österreichs Jugendwort des Jahres 2011 ist “Liken” (“Gefällt mir”). Begründung  der Jury:

“Das Jugendwort 2011 ist vor allem durch seine weite Verbreitung und seine besondere Funktion in der Kommunikation in den von den Jugendlichen stark benutzten sozialen Medien gekennzeichnet. Gleichzeitig steht es für einen gängigen Typ von neu gebildeten Wörtern, indem ein englisches Wort mit einer deutschen Endung versehen wird. Inhaltlich steht es für die Funktion „Gefällt mir“ auf Facebook und in anderen sozialen Medien, mit der unverbindliche Zustimmung und Sympathie zu Handlungen von „Freunden“ in den sozialen Medien ausgedrückt werden können.”

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN, WISSENSWERTES


Kommentare

  • Dana |  26.12.2011

    Interessant sich verschiedenen Unwörter anzuschauen. Mein Meinung nach liegt Österreich mit dem Euro-Rettungsschirm da ziemlich weit vor. Mal schauen was 2012 so an “Unwörtern” bringt.


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