Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Bücher zur Sprache: Wir nennen es Wortschöpfung

28. März 2012

Man könnte dabei an Philipp von Zesen denken, jenen Schriftsteller des siebzehnten Jahrhunderts, der dem Deutschen Wortprägungen wie Weltall, Gotteshaus oder  Emporkömmling  bescherte.

 „Wortschatz: 698 neue Worte für alle Lebenslagen“.  Herausgegeben hat das Buch die Zeitschrift „Neon“ zusammen mit dem Blogger und Autor Sascha Lobo (ja, genau dem Autoren von Wir nennen es Arbeit).  Ob diese Wörter in 400 bis 500 Jahren noch in Gebrauch sein werden, ist schwer nachprüfbar. Lustig, sehr lustig sind sie allemal.

Der prominente Blogger mit dem Irokesen-Haarschnitt schöpft die Wörter, mal aus dem Punsch  wie „Punschkind“ (Gegenteil von Wunschkind), mal aus dem Denglischen wie „Schmeeting“ (Kurzform für Scheißmeeting); „Homöosexuelle“ schlägt er vor für Personen, deren  Intimleben schwach ausgeprägt ist - vielleicht, weil sie übermäßig viele  „Zappalien“ (Fernsehsendungen zum Wegschalten/Wegzappen) sehen?

Eine der Ideen des Werkes: Neue Technik und neue Kommunikationswege schaffen Phänomene und Situationen, die es noch passend zu benennen gelte. Irgendwie erinnert das ganze auch an Der tiefere Sinn des Labenz von Douglas Adams.

Es gibt ja so viele interessante Phänomene zu benennen, doch überall klaffen in der Sprache lexikalische Lücken: Was sind Körperteile nach überlangen Sitzungen mit dem iPhone? „iGeschlafen“. Sehr schön, das alles – aber ein klein wenig meckern dürfen wir doch auch noch, oder? Warum im Titel “Worte”? Denn die sind eine Äußerung: Ihre Worte machten ihn nachdenklich. Aber hier geht es um Wörter.  Alle neu und 698 an der Zahl.

Denk dir dein Deutsch

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN


Kommentare

  • Marisa |  01.04.2012

    Danke für den Buchtipp! Da möchte man gleich selber kreativ werden!!


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