Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Bewerbung: Wie Deutschfehler Ihre Chancen killen können

18. April 2012

 

Der erste Eindruck zählt. Auch sprachlich. Bei der Bewerbung. Beim Schreiben an die Behörde. Und immer dann, wenn Sie einen guten Eindruck hinterlassen wollen.  Rechtschreibfehler sind da wie ein Fleck auf der Krawatte, Knitter im Anzug oder schlechter Atem. So ärgerlich – so vermeidbar. Wir haben für Sie mal wieder besonders lästige Deutschfehler zusammengestellt. Denn Personalchefs, die Fehler finden, behalten sie – im Gedächtnis.

1. Großschreibung, Kleinschreibung, getrennt, zusammen? Ein übler Schreibstörer ist noch viel unscheinbarer: “Sie” und “sie” werden häufig verwechselt. Schreiben Sie: “Ich löse gern Probleme. Ich betrachte Sie als Herausforderung. ” Und Sie sagen Ihrem zukünftigen Chef, dass Sie ein Problem mit ihm haben.

2. Gleich gesprochen = gleich geschrieben? Ein entschiedenes Nein im Falle von “seid” und “seit”. Die Verbform “(ihr) seid” und die Präposition “seit (Montag)” sind usual suspects. Denken Sie daran!

3. Idiotenapostrophe - sind Katastrophe: Weniger ist sehr oft mehr. Und weniger Apostrophe sind sehr oft richtiger. Fälle, in denen der Apostroph nötig ist, sind ohnehin selten. Schreibungen wie “meines Firmenwagen’s” sind so falsch, dass es weh tut.

4. Rechtschreibreform hin oder her: Das “ß” ist noch nicht ausgestorben. Es steht nach  lang ausgesprochenen Vokalen wie in “Muße” – und nach Doppellauten wie in “Äußere”.

5. Sie merken schon: Mit diesem “ss” ist nicht zu scherzen. Es spukt auch herum zwischen “das” (dem Artikel wie in “das Haus”)  und “dass” (der Präposition wie in: “ich sagte, dass …”). Überlegen Sie beim Schreiben, mit welcher der beiden Wortarten Sie es hier zu tun haben – und entscheiden Sie sich für die richtige Zahl von “s”.

6.  Mit überschüssigen Konsonanten wurde schon manche Buchstabensuppe versalzen:  Auch wenn Sie es noch so rollen: Das eine “r” in “vorraus” muss draußen bleiben.  Gar nicht toll ist ” tollerant”: Auch hier gilt für das eine “l”: Weniger ist mehr und “tolerant” ist richtig.

7.  Nur nicht übertreiben: Bilden Sie keine Superlative von Wörtern, die sich – schon von der Sache her – nicht mehr steigern lassen. Wenn es nur eine Lösung  gibt, ist es die “einzige Lösung” und nicht die “einzigste”. Die einzige Lösung ist dann auch die “optimale Lösung”, nicht die “optimalste”.  Besser als das Beste geht ja nicht. Besser isses.

PIMP YOUR DEUTSCH

Andreas Cyffka


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, WICHTIGES


Kommentare

  • Harry |  25.05.2012

    Sehr gute Beispiele. Ich glaube das zweite r in voraus habe ich auch schon des öfteren verwendet, Schande über mein Haupt.


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