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Weil richtig schreiben wichtig ist

SCHOTTELIUS

29. Juni 2012

Mit leichter Verspätung sprechen wir heute Glückwünsche zum Geburtstag aus. Die leichte Verspätung – der Geburtstag war am 23. Juni – ist allerdings vernachlässigbar bei der runden Zahl von 400. Vor 400 Jahren – am 23. Jni 1612 – wurde Justus Georg Schottel geboren. Den Namen Schottel latinisierte er später ganz im Stile seiner Zeit zu Schottelius.

In seiner Furcht um den  Untergang der deutschen Sprache klingt Schottel für uns heute nahezu modern: “Die Nymphe Germania stirbt, und zwar im Bewusstsein, dass ihre seit Jahrtausenden rein erhaltene Sprache von ihren Kindern geschändet, befleckt, beschmiert, zerstückelt, verdreht und zerschnitten wird”, schrieb er in seiner Lamentatio Germaniae exspirantis  im Jahre 1640. Er beklagt ein Übermaß an Fremdwörtern und einen unpräzisen und schlampigen Umgang der Deutschen mit ihrer Muttersprache.

Eine Art Gegenmittel legte er im 1663 vor: “die Ausführliche Arbeit von der teutschen Haubtsprache.” Viele der darin enthaltenen Erkenntnisse über das Deutsche wirken bis in unsere Zeit nach.

Der heute den meisten wohl unbekannte Sprachforscher hat auch sonst  einige Verdienste um das Deutsche.

Er ist Schöpfer von Ausdrücken wie “Einzahl” und “Mehrzahl”, “Hauptwort”, “Zeitwort”  oder “Doppelpunkt”.

In einer Zeit, die wie unsere die Fremdwörter sehr liebte,  stellte Schottelius Listen von Eindeutschungen auf wie etwa “Jahrhundert” für ” Säkulum” oder “Lustspiel” für “Komödie”. Großzügig akzeptierte er aber Wörter wie “Doktor”, “Universität” oder “Komet”.

 


AUCH GELEHRTES DEUTSCH IST VOLLER LEBEN


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FACHLICHES, LEXI, WISSENSWERTES


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