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Weil richtig schreiben wichtig ist

Bildungsgrad der Graffiti

12. Juli 2012

 

Deutschblogleser wissen, dass wir eine gewisse Neigung zum Graffito haben. Aber bitte:  Glauben Sie jetzt nicht, dass wir nachts um die Häuser ziehen,  Spraydose in der Hand, und DEUTSCHBLOG an aufgelassene Industrieanlagen, verwitterte Scheunenwände und unter Autobahnbrücken sprühen. Das mit der Neigung war schon so gemeint, dass wir gern auf Graffiti-Safari (schönes Wort, schön viel Vokale) gehen, die Kamera zücken und skrupellos abdrücken.

Beim Urklassiker  graffitistischen Schulhoftreibens hat ja üblicherweise irgendjemand einfach SEX an eine Wand geschmiert. Gut, das ist ein Statement. Aber das ist mehr ein Urbedürfnis, enthält  noch nicht die Spur einer kritischen Reflexion der Verhältnisse oder des Bildungswesens.

Diese wird in den SCHEIßGYMNASIASTEN schon erahnbar. Die Doppelung des “ss” mag graphematisch das perfekte Korrelat zur eruptiven Kraft dieser Äußerung sein, orthografisch falsch ist  sie allemal.  So ein Scheiß ist die gymnasiale Bildung dann also doch wieder nicht, denn die hätte – hoffentlich! – den Fehler verhindert.

Wie weit man es graffitistisch bringen kann, dafür ist obiges Graffito aus Tübingen lebender Beweis. Hat da nicht jemand Simone de Beauvoire  zitiert?  Wir denken, dass zwischen Tübingens Jungen und Mädchen alles in bester Ordnung ist. Ein entspannter Zustand in der schwäbischen Universitätsstadt, der an der orthografischen und syntaktischen Korrektheit des Wandbilds förmlich ablesbar ist.

 

 

 

 

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RICHTIG IST SCHÖN AN DER WAND

 


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, FREUT UNS


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