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PETER EISENBERG VERLÄSST DEN RECHTSCHREIBRAT

14. November 2013

eisenberg

 

 

Momentan nimmt sich die WELT offenbar häufiger des Themas Rechtschreibung an. Berichtete sie eben noch von Schülerarbeiten mit prekären Fehlerraten (und den Professoren, die dieses untersuchen), so ist der Gegenstand des jüngsten Artikels ebenfalls spektakulär:

Der Potsdamer Linguist Peter Eisenberg kündigt seine Mitarbeit im Rechtschreibrat auf.

arbeit auf. Es gab offenbar Streit um neue Erklärungen zu vereinfachten Kommaregeln.

Eisenberg war wesentlich an der Straffung und Umformulierung der Regeln in eine verständliche Sprache beteiligt. Die Fortsetzung dieser Arbeit sei nun “gefährdet”.

Der Rechtschreibrat hat bislang keine Erklärung zu dem Rücktritt herausgegeben.

Als erster prominenter Linguist war schon ein Jahr nach der Reform von 1996 der Erlanger Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske aus der damaligen Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung ausgeschieden. 2006 verließ dann der prominente Reformkritker Theodor Ickler den Rat.

Viele  Lehrer und Fachwissenschaftler sehen einen Hauptgrund für die mangelnde Akzeptanz der neuen Rechtschreibung gerade darin, dass das Regelwerk unverständlich und widersprüchlich sei. Peter Eisenberg machte deutlich, was dies in der Schulrealität bedeutet: “Die Lehrer wissen teilweise nicht, warum eine bestimmte Regel gelten soll. Deshalb können sie das Regelwerk den Schülern auch nicht anschaulich vermitteln.”

Darum hatte der Rat 2010 beschlossen, einen “Paralleltext” zu den amtlichen Regeln zu verfassen:  ”Halb so lang und doppelt so verständlich” (Eisenberg) wie der des vorliegenden Regelwerks sollte er sein. An der Ausarbeitung hatte Eisenberg maßgeblichen Anteil. Das zentrale Kapitel zur Groß- und Kleinschreibung sei auch bereits einvernehmlich abgesegnet.

Vor einer Beschlussfassung über den zweiten Themenkomplex, die Vereinfachung der Kommaregeln, aber legten sich laut Eisenberg “Beharrungskräfte” im Rat quer, weil sie eine Aufweichung der Reform im Ganzen befürchteten. Die Arbeit an der Vereinfachung wurde dann auf Ratsbeschluss eingestellt.

 





Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GELESEN, WISSENSWERTES


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