Deutschblog

Weil richtig schreiben wichtig ist

Die Sprache(n) der Liebe

19. Juni 2015

Heute geht es im Deutschblog mal um Linguistik in ihrer schönsten Form – die Sprache der Liebe. Darüber wissen die Experten von PARSHIP einiges zu erzählen!

Die Liebe ist sicherlich eine der universellsten und vielseitigsten Sprachen der Welt. Von Mimik und Gestik bis zum gesprochenen Wort: Wer liebt, kommuniziert mit dem ganzen Körper, über Sprach- und Landesgrenzen hinweg. Wir von PARSHIP zeigen Ihnen, warum (fehlerfreies) Deutsch und andere Fremdsprachen das eigene Liebesglück beflügeln können.

Wer verliebt ist, kann seine Gefühle auf die unterschiedlichste Weise zum Ausdruck bringen. Mit Kuss, Wort oder Tat: Hauptsache, Mann bzw. Frau gibt überhaupt etwas von sich! Denn wer auf der Suche nach einem neuen Partner oder auch in einer Partnerschaft stumm wie ein Fisch bleibt, hat nur geringe Chancen auf langfristiges Liebesglück.

Dabei kommt dem gesprochenen und geschriebenen Wort, ob auf Deutsch oder einer Fremdsprache, insbesondere beim Kennenlernen eine ganz besondere Bedeutung zu. Unsere Umfrage  unter mehr als 2.000 Singles zeigt, dass Singles mit Sprachtalent und Eloquenz auf dem Dating-Markt durchaus einen Vorteil haben. Knapp jeder fünfte Single bekommt weiche Knie, wenn sein Gegenüber „Ich liebe Dich“ in ein oder mehreren Sprachen hauchen kann. Besonders romanische Sprachen liegen in Sachen Romantik ganz weit vorne, allen voran Französisch. Bei einem leise gesäuselten „Mon Amour“ werden 25 Prozent der Befragten schwach. Leidenschaftliches Italienisch folgt mit 21 Prozent auf dem zweiten Platz der Attraktivitäts-Skala der Fremdsprachen.

Unabhängig davon, ob man auf Deutsch, Chinesisch oder Spanisch das Herz der neuen (oder alten) Liebe zum Schmelzen bringen möchte: Bitte auf korrekte Rechtschreibung achten. Denn für viele Singles verfliegt der Zauber, wenn die romantische Liebesnachricht vor Komma- und Tippfehlern wimmelt. Das gilt übrigens nicht nur für den klassischen Liebesbrief, sondern immer – auch bei E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten. Jeder fünfte Single würde Reißaus nehmen und der Liebe keine Chance geben, wenn es beim Gegenüber an Rechtschreibekenntnissen mangelt. Getreu dem Motto: Wer sich schon dabei keine Mühe gibt, der tut es wahrscheinlich auch bei anderen Dingen nicht. Da kann der oder die Liebste noch so ein guter Küsser sein oder einem die Sterne vom Himmel holen. Falsche Grammatik und Orthografie sind und bleiben für viele ein echter Liebeskiller. Immerhin drei Viertel der Befragten (74 Prozent) würden auch mal beide Augen zudrücken, wenn sich im Eifer des Gefechts ein Buchstabendreher eingeschlichen hat. Grundsätzlich legen sie aber ebenfalls großen Wert auf fehlerfreie Nachrichten.

Man kann also festhalten: Auch wenn die Liebe viele Sprachen spricht, schadet es nicht, wenn man ein bisschen nachhilft. Der ein oder andere Blick ins Wörterbuch oder ein Sommersprachkurs in Italien können auf keinen Fall schaden, um das persönliche Liebesglück zu beflügeln.

 


Andreas Cyffka | Kategorie: GÄSTE IM DEUTSCHBLOG, WISSENSWERTES

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DAS DENGLISCH-DIPLOM

01. April 2015

monkeybob

 

Heute ist der erste April. Bei der Suche nach einem geeigneten Scherz kommt uns hier im Blog ein alter Bekannter zur Hilfe. Gastblogger und Denglisch-Experte Robert Tonks berichtet, wie aus einem Aprilscherz sein Denglisch-Diplom wurde. Tiefe Einblicke in die deutsch-denglischen Beziehungen geben uns außerdem die hochinteressanten Leserbriefe, die Robert freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Viel Spaß!

 

 

 

Ist das Denglisch-Diplom sexy?

Dass Englisch bzw. Denglisch die deutsche Werbung funny macht, habe ich bereits mit meinen drei Büchern belegt:
It is not all English what shines – English makes German Werbung Funny!

Denglisch in Pool Position – English makes German Werbung Funny! 2

THE DENGLISCH DOOSH READER 4 BAD & WORSE – English makes German Werbung Funny 3

Dann ging ich der Frage nach, ob Denglisch sexy ist und erfand außerdem – zunächst als Aprilscherz – das Denglisch-Diplom. Aus dem Scherz wurde ernst und die ersten – 30 an der Zahl – Denglisch-Diplom-Urkunden der Welt wurden nach 3 absolvierten Doppelstunden am 8. Dezember 2014 an der VHS Duisburg überreicht. Nun stellt sich folgerichtig die Frage, ob das erste Denglisch-Diplom der Welt ebenfalls sexy ist.

Das Denglisch-Diplom – eine Weltpremiere in den Medien

Wenn man das Denglisch-Diplom im Medienecho (z. B. hier) betrachtet, ahnt man, dass die Öffentlichkeit geradezu auf diese Weltpremiere gewartet hat.

 

Die Leserinnenbriefe
Was hat das Denglisch-Diplom gebracht? Seit der Einführung des 1. Denglisch-Diploms der Welt erhalte ich viel Post – von Frauen.
Ist Sprache Frauensache? Es heißt ja auch „Muttersprache“. Tja. Hier eine kleine Auswahl der Leserinnenbriefe:
Betr.: „Sie berichtet an“
Hallo Robert,

vielen Dank dafür, daß endlich mal jemand diesem Denglisch-Wahn eine
Bühne gibt. Mir persönlich verursacht es immer ein flaues Gefühl im
Magen, wenn ich Stellenausschreibungen sehe, bei denen steht: xy berichtet
an z. Wurde da nur “to report to” – jmd. unterstellt sein – “ge-denglischt?”
Gerne möchte ich nachfragen, was denn genau berichtet wird, vielleicht auch
die letzten Wasserstandsmeldungen? Dazu werde ich wohl keine Antwort
erhalten… . Wie ist Deine Meinung dazu? Eine kurze Rückmeldung fände ich
toll.

Viele Grüße

Sandra

Betr.: „Bye-byechen am Ende des Tages“
Hallo Sandra,

herzlichen Dank für Deine Nachricht.

Das Alltagsdeutsch ist mittlerweile voller eingedenglischter Begriffe, also speziell auch hier wie in Deinem Beispiel, abgewandelter englischer Wendungen wie “to report to”. Dieses Beispiel übertragen als “an jemanden berichten” (statt “jemandem unterstellt sein”) finde ich in der Tat sehr weit hergeholt.

Hier – spontan – einige weitere Beispiele, die noch vor 20 Jahren vielleicht aufgefallen wären, aber heute kaum auffallen:

- „am Ende des Tages“ (at the end of the day) statt vielleicht “alles in allem” oder “unter dem Strich”;
- „in 2015“ (in 2015) statt “im Jahre 2015″, oder einfach „2015“ ohne Präposition;
- „in Deutsch“ (in German) statt “auf Deutsch” oder “im Deutschen”.

“Wie cool ist das denn?” (how cool is that?) oder das lang gezogene „OKEEE“ statt “das sehe ich zwar anders aber … ” fallen mir ebenfalls dazu ein. Ich warte auf „Bye-byechen“ statt “Tschüßchen”, was im niederrheinischen Grenzraum „gerade um die Ecke“ ist (just around the corner statt „bald“).
CU (statt “bis bald”) und “bye-byetjes“ , wie sich eine niederländische Cousine neulich von mir verabschiedete.
Robert

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Betr.: „Girls just wanna have fun“
Hallo Robert,
warum interessieren sich mehrheitlich Frauen für das Denglisch-Diplom?
1. Über eine Menge Spaß hinaus was haben die Absolventinnen (und Absolventen) ansonsten vom Kurs und Abschluss? Fassen wir die Erfahrungen mit dem 1. Denglisch-Diplomkurs der Welt zusammen, kurz und prägnant, also: Wenn frau (man) das Denglisch-Diplom hat, kann frau (man) – wie beim Jodel-Diplom von Loriot – sagen, dann habe frau (man) was in der Tasche.
2. Oder, wie Tina (47 J), eine der ersten Denglisch-Diplomandinnen der Welt bei der feierlichen Urkundenübergabe durch die Queen (alias Bob Clark, 66 J), ihr im Kurs entwickeltes Cocktailgetränk “Pool Position” schlürfend, sagte: „Ich werde die Urkunde zur allgemeinen Bewunderung einrahmen und im Büro an die Wand hängen“.
3. Im Gegensatz zum universitären, maskulinen Bachelor und Master ist das nach deiner Methode “Learning By Laughing” entwickelte Denglisch-Diplom nicht nur zum Schreien komisch, sondern auch ein Neutrum und damit inklusiv, weil es den„“Gendertest“ besteht. Da hast Du sozusagen mit Augenzwinkern das politisch Korrekte erst einmal gelöst. Bravo!
4. „Schließlich“, meinte eine Kommilitonin Kirstin (18 J), „macht sich der akademische Grad – in Kurzform ‚Dipl.-Deng.‘ – gut im Lebenslauf und eignet sich außerdem zum Beispiel für den Hochschulzugang,

Aber wenn ich einwandfreies Englisch im Seminar an der Universität oder in der Mensa spreche, falle ich unangenehm auf. Dort ist Denglisch zur Verkehrssprache avanciert. Englisch ist nicht mehr sexy!
Liebe Grüße
Sabine (20 J)

Betr.: „short and pregnant“
Hallo Sabine,
ich freue mich, dass der Denglisch-Diplom-Kurs Dich nicht nur erheitert, sondern auch weiter gebracht hat. Dein Englisch ist in der Tat einwandfrei – in Wort und Schrift. Das zeichnet Dich aus.
Neulich am internationalen Flughafen. Ein Telefonladen nennt sich „Handy Agent“. Was sollen englischsprechende Reisende davon halten? James Bond – 007, der praktische Agent lässt grüßen? Lass Dich nicht von der „Handyagentfraktion“ einschüchtern, die nicht weiß, dass „a handy flat“ kein Telefontarif, sondern eine praktische Wohnung ist. Ich kenne welche, die glauben, dass „to simse“ (= simsen) ein englisches Wort ist. Du weißt hingegen, dass das passende Verb „to text“ oder „to text message“ heißt. Dass auf Englisch ein navvy ein ungelernter Arbeiter und kein Navigationsgerät ist, wissen nur wenige. Ein solches Gerät heißt auf Englisch „sat nav“- auch das weißt du. „I’ve got a beamer“, antworte ich, als du mich fragtest, was ich für einen Wagen habe. Du wusstest, dass es sich dabei nicht um einen Digitalprojektor (engl.: digital projector) handelt. „We British love German cars like BMWs“, führte ich aus.
Deine Sorge um Denglisch als lingua franca an der Uni ist nicht unberechtigt. Wie viele Professorinnen und Professoren, sowie Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen aller Stufen hierzulande sind in der Lage einwandfreies Englisch zu sprechen und vor allem zu schreiben !?! Was dabei am Ende sprachlich raus kommt, wird eine weitere Variante von „Global English“.
Ich habe bereits im Rahmen von EU-Projekten mehrfach transnational besetzte Workshops mit Englisch als Verkehrssprache erlebt, bei denen die einzigen, die nicht verstanden wurden, meine britischen Landsleute waren! Zahlreiche fremdsprachlich unbegabte und ungeübte Muttersprachlerinnen und Muttersprachler des Englischen beherrschen „Global English“ nicht – und Denglisch auch nicht. Ihr Englisch ist zudem häufig regional gefärbt und für Denglischsprechende nicht verständlich. „Global English“ macht zwar die Kommunikation weltweit möglich. Aber die Kehrseite ihrer Verbreitung kann unter gewissen Umständen in einem Zusammenbruch der Kommunikation enden.
Apropos gewisse Umstände: Es gibt an den hiesigen Universitäten tatsächlich Umstände, denen man sich stellen muss. Voraussichtlich werden demnächst an deutschen Hochschulen alle Fächer auf Denglisch angeboten. Wird das Denglisch-Diplom dann zu einer weiteren Hochschulzugangsberechtigung – nicht zuletzt für die Lehrenden? Ein Münchener Professor (65 J) fasste seine Thesen über die Zukunft des globalen Marketings vor Bachelor-Studierenden kürzlich in einem Seminar auf Denglisch zusammen: „Short and pregnant“, fing er an. Wen meinte er mit dieser Ansprache bloß? Meine Umschau im Seminarraum nach einer kleinwüchsigen Frau in Umständen blieb ergebnislos. Der Professor muss Intimkenntnisse der Schwangeren gehabt haben. Die ausgelösten, hochgradig ansteckenden hysterischen Anfälle der Austauschstudierenden aus den USA wiederholten sich wellenförmig an dem Nachmittag solange, bis sich der Professor ahnungslos geschlagen gab und den Hörsaal verließ.
„Short and pregnant, sweetheart“
Schöne Grüße
Robert (60 J)
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Betr.: Selbst gegendert wird auf Denglisch
Hallo Robert,
wieso gendert man in Deutschland auf Denglisch?
Das Verb “gendern”

Singular: ich gendere, du genderst, er/sie/es gendert
Plural: wir gendern, ihr gendert, Sie gendern
Substantiviertes Verb: „das Gendern“
Bedeutung: aus dem Verb “gendermainstreamen” (Engl.: „to gender mainstream“) abgeleitet heißt das “Gendern” die Durchsetzung der weiblichen Schreibweise in der deutschen Sprache.

Beispiel: der Student (maskulin), die Studentin (feminin); der/die Studierende

Adjektiv: gegendert, gendernd
Wieso hängt die Durchsetzung der weiblichen Schreibweise in der deutschen Sprache von einem denglischen Begriff ab? Und haben Sie sich auch gewundert, dass die weibliche Schreibweise, bzw. – auf Denglisch – „das Gendern“, das hierzulande weitestgehend gesamtgesellschaftlich vorgeschrieben wird, ausgerechnet vor denglischsprachigen Abschlüssen an den Universitäten halt macht? Wie macho ist das denn? Haben die Gleichstellungsbeauftragen an den Unis und in den Bildungsministerien der Bundesländer geschlafen? Könnte man schließlich das Denglisch-Diplom dem Denglisch-Trend unter Berücksichtigung der hiesigen weiblichen Schreibweise nicht anpassen, bzw. abschaffen, und durch gegenderte Bachelor und Master ersetzen?
Ihre Meinung hierzu würde mich interessieren.
Freundliche Grüsse
Susannne

Betr.: Hat es sich beim Bachelor und Master augegendert?
Liebe Susanne,
herzlichen Dank für die Fragen. Hierzulande ist vieles möglich.
Prophylaktisch erfinde ich deshalb als nächstes die/den Denglisch-Bächelörin/Bachelor und die/den Denglisch-Mästerin/Master. Wir gendern sie einfach. Geht doch. Oder hat es sich ausgegendert? „Aber Englisch muss man nicht gendern”, höre ich immer wieder. “Und die Bachelor und Master kommen doch aus England, oder – was ist daran Denglisch?“, fragen die Leute, etwas erstaunt. Deshalb bitte weiter lesen.
„Ist Kathrin neuerdings ein Männer-Name oder haben Sie eine Geschlechtsumwandlung hinter sich?“, fragte ich Kathrin, als sie sich wie folgt vorstellte:
„Hi, I’m Kathrin, I’m a bachelor“ (= Ich bin Junggeselle).
Bachelor-Abschlüsse werden in Großbritannien in Bachelor of Science (BSC), primär für Naturwissenschaften, oder Bachelor of Arts (BA), primär für Geisteswissenschaften, unterteilt. Außerdem bin ich nicht mein Abschluss, sondern ich habe ihn.
Der geeignetere Satz für Kathrin wäre: “I have a BA (in History)” oder “I have a BSC (in Biology) oder “I have a bachelor degree in …”.
Im Gegensatz zum ins Deutsche importierte Wort Bachelor, hat der Begriff im Englischen also eine andere, dominante Bedeutung als Junggeselle.
„I’m making my master“ (= Ich baue mir meinen eigenen Herrscher)
behauptete Kevin neulich nach einem Vortrag. Ich fragte ihn, nach welchem Baukastensystem er seinen ersehnten Herrscher herstellt. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie Kevin sein zusammengeschraubtes, frankensteinähnliches Monster mit der Ansprache anbetet: „Master!“ Wie schräg ist dass denn? Die Horror-Show lässt grüßen!
Master-Abschlüsse werden in Großbritannien in Master of Science (MSC), primär für Naturwissenschaften, oder Master of Arts (MA), primär für Geisteswissenschaften unterteilt. Außerdem kann “make” (= machen) häufig mit herstellen / produzieren / bauen verwechselt werden. ¬¬¬¬¬¬¬
Der geeignetere Satz für Kevin wäre: “I am doing /studying for / an MA (in History)” oder “I am doing /studying for / an MSC (in Biology) oder “I am doing /studying for / a master degree in …”.
Im Gegensatz zum ins Deutsche importierte Wort Master, hat dieser Bergriff im Englischen andere, häufig verwendete Bedeutungen als Herrscher, aber auch Meister.
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NEW: Der Best-of-Sexy-Denglisch-Award

Den ersten „Best-of-Sexy-Denglisch-Award“ der Welt habe ich aus Beispielen zusammengestellt, die ich den zahlreichen Leserinnenbriefen entnehmen konnte, die ich seit Beginn des Projekts „It is not all English what shines!“ 2010 erhielt Hier die Ergebnisse:

Platz 3: Der Vorschlag von Sabine (28 J)

„Staun-BH“

aus „Wonder bra“ zu machen, ist nicht schlecht, hat sich aber nicht durchgesetzt.

Platz 2: Der Vorschlag von Helga (53 J) heißt

„Glubbererinnen“

Der Begriff „Glubberer“ oder „Clubberer“ leitet sich aus dem Begriff „Club“ ab, gehört längst zum Regionaldialekt und verfügt über eine lange Historie. Der Sport- bzw. Fußball-Club „1. FC Nürnberg Verein für Leibesübungen e. V.“, allgemein bekannt als 1. FC Nürnberg (kurz: 1. FCN oder „der Club“), ist ein traditionsreicher Fußballverein aus Nürnberg, der am 4. Mai 1900 gegründet wurde. Die Fans des FC Nürnberg, die auch Cluberer, Clubberer oder Glubberer genannt werden, sind bei den Heimspielen in der Nordkurve des easyCredit-Stadions beheimatet. Es gibt selbtverständlich auch „Glubbererinnen“. Eingedeutschter – oder eingefränkter – geht es wohl kaum!

Platz 1: Der Vorschlag von Gertrud (87 J) lautet
„Pool Position“
Der „Best-of-Sexy-Denglisch-Begriff“ kommt aus dem Sport aber nicht aus Bayern, – sorry Franken -, obwohl „Gluberrerinnen“ wirklich ein cooler Begriff ist. Bei den Leserinnenbriefen haben wir ein unglaublich vielfältiges Sprachgemenge und reichlich Erfindungsreichtum vorgefunden. Auch zahlreiche Sinnentstellungen in den unterschiedlichen Erlebniswelten waren bemerkenswert. Dabei ist „pool position“ nicht zu schlagen. Als die Pole-Position, laut Duden auch Poleposition, oder verkürzt die Pole (engl. = Stange, Pfahl) bezeichnet man im Rennsport, z. B. bei Auto- und Motorradrennen, den Startplatz in der ersten Startreihe, der für die Teilnehmer am vorteilhaftesten ist und für den man sich vor dem jeweiligen Rennen qualifizieren muss.
Der „Best-of-Sexy-Denglisch-Award“ geht an Gertrud (87 Jahre jung) und all die, die den Titel meines zweiten Buches „Denglisch in Pool Position“

http://www.robert-tonks.de/das-zweite-buch

sowiw auch das Lied „Pool Position“ vom Anke Johannsen und Robert Tonks

verantworten, indem sie fälschlicherweise „pool“ statt „pole position“ sagen oder schreiben. Mit „pool position“ assoziiert die Muttersprachlerin und der Muttersprachler des Englischen etwa einen Fachbegriff aus dem amerikanischen Poolbillard oder aber eine Lage im oder am „swimming pool“ oder „whirl pool“, vielleicht sogar
eine Kamasutra-Stellung unter Wasser.

COMING SOON: Die Mega Errotic Discounterin


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GÄSTE IM DEUTSCHBLOG

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Männlein oder Weiblein – wissen Sie’s?

24. September 2014

generischfem

 

Geschlechterkampf oder Geschlechterkrampf? Das Deutsche bietet – natürlich! – so mancherlei Schwierigkeit, wenn es um die sprachlich angemessene (?) Behandlung von Männern und Frauen geht. Da weiß man nicht nur als feministischer LinguistX manchmal nicht mehr: Bin ich Männlein, Weiblein – oder was? Wanda Rothe berichtet für Sie, liebe LeserInnen, aus einem sprachlichen Krisengebiet.

Sprache und Geschlecht – das ist spätestens seit den Siebzigern ein heiß umkämpftes Thema. Nun hat sich seit letztem Jahr eine neue Front ergeben: das generische Femininum.

Nicht, dass die Idee zur Verwendung der weiblichen Form als „neutrale“ Bezeichnung beider Geschlechter ganz neu wäre – sie und der Begriff dafür wurden schon 1988 durch einen Aufsatz der feministischen Linguistin Luise Pusch geprägt. Doch letztes Jahr begannen zwei Universitäten, diese Sprachvariante für sich zu nutzen: erst die Uni Leipzig in ihrer Satzung, dann die Uni Potsdam in der Geschäftsordnung ihres Senats. Wie nicht anders zu erwarten, gab es darauf sehr unterschiedliche Reaktionen. Einerseits Zustimmung, andererseits vehemente Ablehnung; die Uni Potsdam sah sich laut den Potsdamer Neueste Nachrichten einem regelrechten „Shitstorm“ ausgesetzt.

Wenn, wie oft postuliert wird, die Wahl des Geschlechts in Texten zu wirkungslos ist, als dass man Traditionen diesbezüglich in Frage stellen müsste, warum löst sie dann so viel Protest aus? Warum sich aufregen, wenn es doch angeblich unwichtig ist, ob da etwas so oder so formuliert wird? Inwiefern sprachliche Veränderung relevant ist, wurde schon vielfach diskutiert und möchte das ich hier nicht ausbreiten; vielmehr werde ich versuchen, einen (sicher unvollständigen) Überblick über die Lage zu bieten.

Als Kritik an Versuchen, eine geschlechtergerechte Sprache zu finden, wird oft vorgebracht, dass diese die Formen und Regeln der historisch gewachsenen deutschen Sprache missachten würden. Bezüglich des generischen Femininums wird darauf hingewiesen, dass sich im Deutschen eine unmarkierte Form (die in der Regel dem Maskulinum entspricht) und eine markierte Form (dementsprechend meistens das Femininum) gegenüberstehen. Damit ist gemeint, dass beispielsweise die Form „Leser“ keine explizit männliche, sondern schlicht die Grundform dieses Lexems darstellt, während die Form „Leserin“ aus ebenjener Grundform und der Endung „-in“ für das Femininum besteht. Dieser Argumentation nach kann die weibliche Form als Allgemeinbegriff nicht einfach die „männliche“ ersetzen, da letztere eben nicht männlich, sondern bereits allgemein ist.

Damit ist das Problem allerdings nicht gelöst, da diese „allgemeine“ Form eben nicht von allen als allgemein empfunden wird. Ebenso wird dem entgegengehalten, dass diese Kategorisierung des Männlichen als allgemein, die der deutschen Sprache (wie vielen anderen) zugrunde liegt, gerade ein Ansatzpunkt der feministischen Sprachkritik ist; sie sei gleichzeitig Produkt und Stütze einer patriarchalischen Kultur. Insofern ist auch dieses Generikum heftiger Kritik ausgesetzt.

Offizielle Begründung für die Wahl der Begrifflichkeit an den beiden Universitäten ist, wie oft auch beim Einsatz des generischen Maskulinums, die Lesbarkeit. Zwar kam letzteres aus soziopolitischen Gründen nicht zum Einsatz. Die Reduzierung auf die weibliche Form folgt jedoch auf die Verwendung beider Geschlechter, die man für zu sperrig befand. Da macht es wohl Sinn, sich einmal die Varianten anzuschauen, die den beiden Universitäten zur Verfügung standen.

Im Plural stehen zumindest folgende Möglichkeiten zur Auswahl: LeserInnen, Leser_innen, Leser*innen, Leser_, Leser*, Leserinnen und Leser, Leser(innen), Leser/innen, Lesende bzw. Lesenden, Leser oder eben Leserinnen, jeweils mit dem geschlechtsunspezifischen Pluralartikel die. Im Verhältnis zum Singular ist diese Lage fast übersichtlich, aber eben auch nur im Verhältnis. In der Einzahl bieten sich bei unbekanntem Geschlecht nämlich folgende Optionen: der Leser (generisches Maskulinum), die Leserin (generisches Femininum), der/die Leser/in, der/die LeserIn, der/die Leser(in), der/die Lesende. Hinzu kommt bei entsprechender sprachwandlerischer Gesinnung die neutrale Form das Leser (und, wenn man einen früheren Gastbeitrag hier im Deutschblog beachtet, auch dx Lesx). Die möglichen Formen der/die Leser*in und der/die Leser_in wurden hier bewusst nicht genannt, da die Binarität des Artikels den Pluralismus des Sterns bzw. Unterstrichs sinnlos werden lässt. Insofern wären d_ Leser_in, d_ Leser_, d* Leser* und d* Leser*in allerdings weitere potenziell sinnvolle Varianten. weiterlesen »


Andreas Cyffka | Kategorie: ALLGEMEINES, GÄSTE IM DEUTSCHBLOG

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VON WORT UND UNWORT

18. September 2014

 

wort_unwort

 Es gibt immer sone und solche, die Guten und die Bösen, die Hits und die Flops- und eben auch die Wörter und die Unwörter – letztere mit Gültigkeit eines Jahres. Was aber genau verbirgt sich dahinter? Und ist die Zuweisung zur einen oder anderen Kategorie alternativlos? Aber halt, das war ja jetzt ein Unwort. Das von 2010 nämlich.  Über diese Fragen denkt heute Lars Mehlhop-Lange in seinem Beitrag nach – und findet am Schluss noch einen Rechtschreibfehler, wo ihn keiner vermutet hätte. Folgen Sie ihm!

 

 

Wir vom PONS Deutschblog vergeben ja täglich eine Auszeichnung. Und zwar für das Wort des Tages. Ganz allein sind wir mit unserer Begeisterung für herausragende Wörter aber nicht. Die Vergabe der Titel „Wort“, bzw. „Unwort des Jahres“ ist seit nunmehr einigen Jahrzehnten eine feste Einrichtung in der deutschen Sprach- und Medienkultur. Sie ist den populären Nachrichtenprogrammen stets einen Beitrag, oder zumindest eine würdigende Erwähnung wert und ist nicht selten Gesprächsthema unter Kollegen, Freunden oder gar am Stammtisch.
Doch was hat es eigentlich mit dem jährlichen Top-(Un-)Wort auf sich? Woher rührt das Bedürfnis, neben dem beliebtesten auch das unbeliebteste Wort des Jahres zu küren?
Um dem Phänomen auf die Spur zu kommen, empfiehlt sich ein Blick auf den Ursprung dieser zunächst kurios anmutenden Preisvergabe: bereits seit über 35 Jahren wählt die GfdS (Gesellschaft für deutsche Sprache) das Wort des Jahres. Der Verein selbst hat zu dessen Historie folgendes zu sagen:

Der sprachliche Jahresrückblick »Wort des Jahres« wurde zum erstenmal 1972 veröffentlicht und wird seit 1978 im Sprachdienst, herausgegeben von der Gesellschaft für deutsche Sprache (Wiesbaden), regelmäßig publiziert. […] Vorab wird jeweils im Dezember von einer Fachjury die Auswahl der Spitzenwörter vorgenommen und der Presse vorgestellt. (Die Jury besteht aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern der GfdS.)

Quelle: http://www.gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/

Die Wahl des „Unwort des Jahres“ findet hingegen erst seit 1991 statt und wird bereits seit 1994 nicht mehr von der GfdS durchgeführt, nachdem sich die Jury offenbar wegen eines Konflikts mit dem Vorstand des Vereins von diesem abgespalten hatte. Seither wird das Unwort unter dem Titel „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ gekürt.
Schnell wird also klar, dass es sich bei den beiden Auszeichnungen nicht bloß um unterhaltsame semantische Jahresrückblicke handelt, sondern dass sie vor allem eine Reflektion gesellschaftlicher Entwicklungen darstellt. So finden sich sowohl unter den „Wörtern“, als auch unter den „Unwörtern“ oft Begriffe, die politischen Debatten oder den Medien entsprungen sind. Begriffe wie das Wort des Jahres 2013 „GroKo“ (also: Große Koalition) und das aktuelle Unwort des Jahres, „Sozialtourismus“, entstammen dem öffentlichen Diskurs, bzw. den Äußerungen einzelner Vertreter. Sprachentwicklung wird hier insofern reflektiert, als dass Trends natürlich auch in der Anwendung der deutschen Sprache durch ihre prominenten Anwender zum Ausdruck kommen. So erscheint das Akronym „GroKo“ beispielsweise knackig genug um -rein klanglich- dem noch vor kurzem sehr beliebten „YOLO“ (You Only Live Once) Konkurrenz zu machen. An dieser Stelle hat es sich dann aber auch schon mit dem Pop-Faktor des WdJ.
Das aktuelle Unwort des Jahres, „Sozialtourismus“, ist hingegen ein klassischer Neologismus, entstanden durch Wortkombination. Etymologisch und semantisch ähnlich gelagert wie der „Elendstourismus“, mache es, nach Meinung der Unwort-Jury „gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa“. Hier suggeriere „das Grundwort ‚Tourismus‘ […] in Verdrehung der offenkundigen Tatsachen eine dem Vergnügen und der Erholung dienende Reisetätigkeit“; „das Bestimmungswort ‚Sozial‘ reduzier[e] die damit gemeinte Zuwanderung auf das Ziel, vom deutschen Sozialsystem zu profitieren.“ – Offenbar also eine ernste Angelegenheit, dieses Unwort.

Wie wird nun entschieden, welche Wörter verehrt und welche geschmäht werden?

Die formellen Kriterien für die Wahl zum Wort des Jahres stellt die GfdS folgendermaßen dar:

„Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen (»verbale Leitfossilien« eines Jahres). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden. Quelle: http://www.gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/“

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Andreas Cyffka | Kategorie: GÄSTE IM DEUTSCHBLOG

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